Was sortiert der Sortimenter denn?

Wir Buchhändler heißen Sortimenter. Wir sortieren. Und zwar das, was an unser Lager soll und das, was wir nicht haben wollen. Und die Kriterien können durchaus sehr persönlich sein und manchmal machen sie auch wenig Sinn. Aber das ist das kleine Glück des Sortimenters: die persönliche Auswahl. Manchmal eben auch zum eigenen Nachteil.

Auch ich habe eine schwarze Liste, ganz geheim: Autoren, die mir nicht ans Lager kommen. Wer das ist, sage ich nicht, aber ich habe für jeden einen sehr guten, wenn auch verbohrten persönlichen Grund.

Ich sitze gerade zu Beginn der Adventszeit am Samstag Abend auf der Couch, nebenbei läuft Musik und es ist noch nicht ganz Zeit, das Abendessen zu machen. Also sortiere ich ein bisschen. Mal überlegen, was so fehlt am Lager. Mal gucken, was KNV so hat. Hölzchen – Stöckchen – dicke Abrechnung. Aber: Weihnachten ist’s bald und da fehlen nicht nur mir gute Ideen für sinnvolle Geschenke.

Kinderspiele, auch noch und ein paar Geschenkartikel. Haben wir noch genug Wein? Nach einer Stunde fällt mir ein, dass wir ja eigentlich mit Büchern handeln, aber ich bin mir sicher, da haben wir noch ein paar. Ganz ehrlich: das hier ist gar nicht so einfach. Ich meine, bin ich Jesus? Weiß ich, was die Kunden kaufen mögen?

Und doch ist genau das mein Job.
Love it!