„War ich zu lang?“ – Eine wunderbare Lesung mit Eva Ladipo

Im Januar bekam ich Post aus London.

Frau Ladipo, eine deutsche Journalistin, die derzeit als Auslandskorrespondentin

für Die Welt in London lebt, hatte im Herbst im Picus Verlag ihren Debütroman „Wende“ vorgelegt. Unser Picus-Vertreter hatte uns das Buch wärmstens empfohlen, daher kauften wir es für unser Lager ein.

Als der Brief kam, erkannte ich den Namen auf dem Absender, konnte mir aber nicht vorstellen, was für ein Inhalt mich erwarten würde. Wie ich dann feststellte, handelte es sich um ein Angebot, dass ich nicht ablehnen konnte: Frau Ladipo bot an, kostenfrei bei uns zu lesen. Da wir Autoren für Lesungen sonst stets ein Honorar zahlen (müssen), machen wir nicht so viele Lesungen, wie wir gern würden, denn das will gut kalkuliert sein. Auch wenn wir Eintritt nehmen, bleibt es ein Zuschußgeschäft. Daher zögerten wir nicht lange und sagten JA!

Der Kontakt mit Frau Ladipo im Vorfeld zwecks Terminabsprache und Regulierung von Kleinigkeiten war sehr angenehm. Wir konnten Kunden dafür begeistern, sich für die Lesung anzumelden und begannen, uns sehr, sehr auf die Lesung zu freuen.

Frau Ladipo in action

Frau Ladipo in action

Ein Foto für die NZ

Ein Foto für die NZ

Und sie wurde wirklich toll. Der Roman ist so vielschichtig, dass Frau

Ladipo uns lange Passagen vorlesen konnte, ohne zuviel zu verraten. Es ist ein Thriller, ja, aber auch eine Liebesgeschichte zwischen einem jungen Mann und einer erheblich älteren Frau. Dem Text merkt man nicht nur die Finesse des

Schreibens an, sondern auch die enorme Recherche- und Denkarbeit, die im Vorfeld passiert ist. „Wende“ ist wohldurchdacht und – konstruiert. Ein Debütroman und ein meisterliches Werk.

Und jetzt sind Sie ganz betrübt, dass Sie nicht dabei sein konnten, nicht wahr? Zu Recht. Frau Ladipo hat das Lesen sehr viel Spaß gemacht und es war uns eine Freude, ihr mehr als eine Stunde zuhören zu dürfen. Sie kennt und beherrscht ihren Text, weiß genau, welche Stellen sie vorlesen kann, um uns richtig neugierig zu machen. Sie beantwortete viele Fragen, die wir hatten und erklärte, woher Inspiration und Informationen kamen.

Die schlechte Nachricht: Frau Ladipo lebt in London. Aber das wussten Sie ja schon. Die

gute: es wird ein zweites Buch von ihr geben. Und dann führt sie ihr Weg vielleicht auch mal wieder nach Deutschland. Wir werden sehen.