Amerika ist wieder da!

Anscheinend brauchten sie erst eine schwere politische Krise, damit wieder ordentliche Belletristik aus dem USA kommt – zumindest in der vor Jahren mal üblichen Schlagzahl. Wobei, die derzeitige Präsidentschaft als „Krise“ zu bezeichnen, ist ja auch… ach, egal. Dazu ist, glaube ich, schon alles gesagt worden. Von intelligenteren Menschen als mir.

 

 

 

 

 

Dies sind nur einige der vielen guten Neuerscheinungen diesen Jahres aus den USA. Kritisch, historisch, starker Tobak. Gutes zu lesen. Hoffnung auf Besserung, denn wir sehen ja, es gibt noch schlaue Menschen in den USA, kritische Menschen, die mit der Situation alles andere als zufrieden sind.

Frankreich ist zwar Gastland der diesjährigen Buchmesse (dazu später mal mehr), aber den heutigen Beitrag wollte ich trotzdem den USA gönnen. Denn es freut mich sehr, dass endlich wieder so viel Gutes aus diesem Land kommt, dass man nicht weiß, wo man anfangen soll.

 

 

 

 

 

Während andere in den Urlaub fahren, machen wir… was

Wir haben Lust, ein bißchen was umzubauen. Dabei wollen wir keine gravierenden Veränderungen vornehmen, schließlich sollen sich unsere Kunden anschließend im Laden noch zurechtfinden. Auch sind gewisse technische Gegebenheiten… gegeben, die nicht geändert werden können, egal, was Betriebsberater sagen würden. Steckdosen sind nicht aus Spaß an dem Platz in der Wand, wo sie sind. Und wo keine Regale stehen, stehen keine Regale, weil man dort keine stellen kann. Ende der Diskussion.

Trotzdem gibt es Möglichkeiten. Jetzt, wo alle im Urlaub sind – viele Kunden, aber auch ein paar unserer Mitarbeiter – können wir restlichen Mäuse in Ruhe ein wenig werkeln. Dann haben wir Überraschungen, wenn alle wiederkommen. Ta-da!

Den Neuerscheinungstisch haben wir durch ein paar aneinandergeklettete Regale ersetzt. Das bringt ein bißchen weniger Ablagefläche, aber jede Menge Stauraum unten. So konnten wir den englischsprachigen Büchern ein wenig mehr Raum verschaffen. Zum Beispiel. Von der Idee bis Absicht, die Idee umzusetzen, hat es 28 Monate gedauert. Von der Absicht, die Idee umzusetzen bis zur Realisierung dann nur noch 10 Tage. Inklusive Aufbau, durchgeführt vom meinem Mann an einem seiner Urlaubsnachmittage. Chapeau. Wer weiß, das wievielte Regal der arme Mann in unserer Ehe nun schon aufgebaut hat…

Tisch weg, Regale her

Einsatzbericht Tag 16875 auf dem Planeten Erde

Es ist Tag 16875 meines Aufenthaltes auf der Erde. Man könnte sagen, ich bin kein Neuling mehr hier, aber es gibt immer noch Situationen, die mich überraschen. Dabei beobachte ich sie schon lange, diese Erdenbewohner. Sie sind manches Mal einfach zu putzig zu beobachten und werden nimmer müde, mich zu erstaunen.

Erdenbewohnern – besonders der Spezies Mensch – ist die Kommunikation sehr wichtig. Sie sind von Natur aus Wesen, die sich gern austauschen, sei es wichtig oder auch nicht. Früher taten sie dies von Angesicht zu Angesicht, wenn sie auf dem Weg wohin aufeinandertrafen, mittlerweile haben sie kleine, technisch minderwertige, aber sinnlos überteuerte Geräte, auf denen man mit dem Finger so lange herumwischt, bis man seine Haltestelle verpasst. Ich bin mir nicht sicher, was man auf den Geräten sieht oder was man damit anstellen kann, aber sie müssen eine gewisse Faszination verströmen, denn jeder Mensch hat eines und starrt ständig darauf, im Gehen und im Stehen. Vielleicht ist ein geheimer Pheromonenzerstäuber eingebaut, wer weiß das schon. Irre.

Es gibt aber auch andere Exemplare der Spezies Mensch, die noch miteinander reden (eine Art aussterbender Kommunikationsform). Das sind die, die auch noch lesen. Lesen ist eine Form des Datenaustausches für vernunftbegabte Wesen, solche, die außer dem Äußeren auch das Innere ihres Kopfes nutzen wollen. Lesen tut nicht weh und ist nicht anstrengend, aber man muss es erst lernen. Das tut aber auch nicht weh. Zum Lesen braucht man ein Buch oder ein vergleichbares Datenaustauschgerät, das eben diesen Text enthält. Wenn man das Buch aufklappt, kann man dem Daten entnehmen und in sein Weltbild mit einbauen. Was hier so faszinierend einfach klingt, ist eine bahnbrechende Erfindung, die zur Zeit meines Tages 16875 auf der Erde viel zu wenig gewürdigt wird. Man akzeptiert diese nicht angeborene Fähigkeit einfach so, doch ohne sie ist man ziemlich am Popo, wie man hier so schön sagt.

Braucht man ein Buch, so geht man in eine Buchhandlung. Das ist ein Raum voller dieser faszinierender Gegenstände. Meist findet man dort auch noch weibliche Spezies Mensch vor sowie ein Möbel, auf dem ein Währungstransfergerät steht. Man kann sich eines dieser Bücher – oder mehrere – aussuchen, bei dem Weibchen Währung transferieren und diesen völlig unterschätzten Gegenstand mit in sein Raumschiff nehmen, um den Inhalt des Buches dann in sich aufzunehmen. Und was man alles für Informationen daraus entsaugen kann – faszinierend!

Das sollten viel mehr Menschen machen! Doch so sind sie, die Erdbewohner, schwer zu durchschauen. Ich versuche es – seit 16875 Tagen.

Denn es heißt Welttag – WELTtag – des Buches

Wie bereits im letzten Jahr stellten wir auch in diesem zum Welttag des Buches unsere Abendveranstaltung „Texte aus der Fremde“ auf die Beine, in Kooperation mit dem Nord-Süd-Forum e.V. in Bremerhaven, das immense Arbeit in der Flüchtlingshilfe geleistet hat und immer noch leistet, nicht zuletzt mit der Durchführung von Deutschkursen.

Aus diesen Deutschkursen kamen die meisten der Vorleser des Abends, die aus Syrien, dem Iran, Armenien oder der Türkei stammten. Sie lasen Texte in ihrer Muttersprache oder berichteten schon auf Deutsch von ihren ersten Erfahrungen in Deutschland. Wir hörten kurdische Musik und ein kurdisches Gedicht, erfuhren über die Bedeutung des 24.April für Armenier und verglichen arabische und deutsche Sprichwörter und stellten dabei fest, wie ähnlich sie sich sein können. Diesen Teil übernahm übrigens eine Deutsche, die nun Arabisch lernt.

„Texte aus der Fremde“, so waren sich alle einig, wird es auch zum nächsten Welttag des Buches wieder geben. Denn es heißt Welttag. Mit Betonung auf Welt.

 

Das Ende von Schackelien

Sie wurde wahlweise für ein Schaf, eine Kuh, ein Nilpferd oder sonstwas gehalten, aber sie ist ein kleines Pony: Jacqueline hat uns nun 7 Jahre lang als Kindergeschenkpapier begleitet und war unser Markenzeichen. Kinder wussten schon, was kam, wenn sie ein Paket mit diesem Papier in der Hand hielten („Oh… ein Buch…“).

Jacqueline

Aber nun ist es vergriffen, das Papier und kommt nicht wieder. Wir müssen uns von Jacqueline verabschieden und uns neu orientieren. Das fällt uns sehr schwer.

Es wird wahrscheinlich Anton…

 

Toughe kleine Biester

Von links nach rechts: ein Koreaner, ein Niederländer und ein Schrottgerät

Ich hatte Isolierband gesucht und diese hier gefunden: in unserem Lager ist die sog. Ordnung eigentlich nur mir eindeutig und so richtig nicht mal mir.

So stieß ich auf unsere museale Sammlung von E-Book-Readern, die wir dereinst mal zum Verkauf oder als Testgeräte angeschafft hatten. Sie müssen mittlerweile seit 4 oder 5 Jahren unbenutzt im Lager liegen. Ich dachte, inzwischen wären sie sicher tiefentladen und würden nicht mehr zu erwecken sein, aber falsch gedacht: nach extrem kurzer Ladezeit war der Icarus (Bild Mitte) sofort wieder arbeitsbereit, wenn er auch eine katastrophale Software hat, aber hey: er tut’s noch. Auch der Iriver (der weiße) sprang bald wieder an. Der Trekstor (rechts) ließ sich bitten und arbeitete nach längerer Ladezeit wieder, aber der Akku scheint defekt zu sein, denn er hält nicht. Es war nicht anders zu erwarten: Trekstor – es wird sich niemand mehr daran erinnern – war vor ein paar Jahren mal der Reader schlechthin. Intensiv vom Hersteller beworben und günstig. Leider waren sie damals schon Schrott. Hat sich nicht geändert.

Aber von den anderen beiden bin ich wirklich beeindruckt: jahrelang ignoriert, trotzdem leistungsbereit. Tough!

 

Indianer! Karl May in unserem Schaufenster

Zum 175.Geburtstag Karl Mays Ende Februar haben auch wir ein Sonderschaufenster für den großen Fantasten und Abenteuerschriftsteller gebaut, als Hommage an sein Schaffen und seine unbändige Fantasie. Unser Schaufenster können Sie bis zum 3.April bewundern.

94 Bände sind lieferbar, alle im Karl May-Verlag erschienen. Wir halten ein Gesamtverzeichnis für Sie bereit, damit Sie zu Hause mal nachschauen können, welche Bände Ihnen noch fehlen…

Das Basteln des Tipis hat länger gedauert, als man ihm ansieht…

Kollegin Dopleb erschuf das Karl May-Schaufenster

Mein Dachverband und ich

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels ist unser Dachverband, unter dem sich sowohl Verlage – also der herstellende Buchhandel – als auch Buchhändler und Vertriebe organisieren. Er „fördert die Erfüllung der Aufgaben des Buchhandels“. Ursprünglich 1825 gegründet gibt es beim Börsenverein neben einer Menge frischen Windes auch noch eine Menge alter Traditionen.

So geht es zum Beispiel um den Vorlesewettbewerb, eine bundesweite Einrichtung in ihrem 57.(?) Jahr. Sie kennen den Vorlesewettbewerb vielleicht; er wird jedes Jahr in den 5.Klassen durchgeführt. Die Kinder lesen sich durch Klassen- und Schulentscheide, dann wird’s ernst – und offiziell. Denn dann gibt es Stadt- und Kommunalentscheide (kommunal nicht bei uns – logisch), dann der Landesentscheid in Frankfurt.

In Bremerhaven wird der Stadtentscheid jeweils vom Börsenverein mit einem Partner vor Ort durchgeführt – normalerweise einer Buchhandlung oder der örtlichen Bibliothek. In Bremerhaven wechselten sich die Buchhandlungen über die Jahre ab. Nachdem ich in den ersten Jahren nach der Gründung immer mit Hinweis auf unsere kleine Personaldecke die Durchführung schweren Herzens abgewehrt hatte, traf der Börsenverein im letzten Jahr die Entscheidung, dass Mausbuch nun groß genug wäre, um den Vorlesewettbewerb 2017 auf die Beine zu stellen.

Gern.

Aber nicht am Dienstagnachmittag, wie es hier bisher üblich war. Da müssen wir nämlich arbeiten. Ar-bei-ten. Wir haben einen Laden, eine Buch-hand-lung. Mit Öffnungszeiten und Präsenzpflicht und so. Den können wir nicht schließen, auch nicht für die 57(?)jährige Traditionsveranstaltung. Gute Idee von einer Kollegin vom Börsenverein selbst: wie wäre es denn mit Samstagnachmittag? Dann können auch Eltern. Au ja – und dann in Lehe, denn wenn schon eine Leher Buchhandlung – die Leher Buchhandlung – den Wettbewerb durchführen soll, dann doch in Lehe.

Nein.

Sagte dann der Börsenverein. Das haben wir 57(?) Jahre lang nicht so gemacht. Damit fangen wir jetzt auch nicht mehr an. Samstags und in Lehe. Und damit waren wir raus.

Dann eben nicht.