Toughe kleine Biester

Von links nach rechts: ein Koreaner, ein Niederländer und ein Schrottgerät

Ich hatte Isolierband gesucht und diese hier gefunden: in unserem Lager ist die sog. Ordnung eigentlich nur mir eindeutig und so richtig nicht mal mir.

So stieß ich auf unsere museale Sammlung von E-Book-Readern, die wir dereinst mal zum Verkauf oder als Testgeräte angeschafft hatten. Sie müssen mittlerweile seit 4 oder 5 Jahren unbenutzt im Lager liegen. Ich dachte, inzwischen wären sie sicher tiefentladen und würden nicht mehr zu erwecken sein, aber falsch gedacht: nach extrem kurzer Ladezeit war der Icarus (Bild Mitte) sofort wieder arbeitsbereit, wenn er auch eine katastrophale Software hat, aber hey: er tut’s noch. Auch der Iriver (der weiße) sprang bald wieder an. Der Trekstor (rechts) ließ sich bitten und arbeitete nach längerer Ladezeit wieder, aber der Akku scheint defekt zu sein, denn er hält nicht. Es war nicht anders zu erwarten: Trekstor – es wird sich niemand mehr daran erinnern – war vor ein paar Jahren mal der Reader schlechthin. Intensiv vom Hersteller beworben und günstig. Leider waren sie damals schon Schrott. Hat sich nicht geändert.

Aber von den anderen beiden bin ich wirklich beeindruckt: jahrelang ignoriert, trotzdem leistungsbereit. Tough!

 

Indianer! Karl May in unserem Schaufenster

Zum 175.Geburtstag Karl Mays Ende Februar haben auch wir ein Sonderschaufenster für den großen Fantasten und Abenteuerschriftsteller gebaut, als Hommage an sein Schaffen und seine unbändige Fantasie. Unser Schaufenster können Sie bis zum 3.April bewundern.

94 Bände sind lieferbar, alle im Karl May-Verlag erschienen. Wir halten ein Gesamtverzeichnis für Sie bereit, damit Sie zu Hause mal nachschauen können, welche Bände Ihnen noch fehlen…

Das Basteln des Tipis hat länger gedauert, als man ihm ansieht…

Kollegin Dopleb erschuf das Karl May-Schaufenster

Mein Dachverband und ich

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels ist unser Dachverband, unter dem sich sowohl Verlage – also der herstellende Buchhandel – als auch Buchhändler und Vertriebe organisieren. Er „fördert die Erfüllung der Aufgaben des Buchhandels“. Ursprünglich 1825 gegründet gibt es beim Börsenverein neben einer Menge frischen Windes auch noch eine Menge alter Traditionen.

So geht es zum Beispiel um den Vorlesewettbewerb, eine bundesweite Einrichtung in ihrem 57.(?) Jahr. Sie kennen den Vorlesewettbewerb vielleicht; er wird jedes Jahr in den 5.Klassen durchgeführt. Die Kinder lesen sich durch Klassen- und Schulentscheide, dann wird’s ernst – und offiziell. Denn dann gibt es Stadt- und Kommunalentscheide (kommunal nicht bei uns – logisch), dann der Landesentscheid in Frankfurt.

In Bremerhaven wird der Stadtentscheid jeweils vom Börsenverein mit einem Partner vor Ort durchgeführt – normalerweise einer Buchhandlung oder der örtlichen Bibliothek. In Bremerhaven wechselten sich die Buchhandlungen über die Jahre ab. Nachdem ich in den ersten Jahren nach der Gründung immer mit Hinweis auf unsere kleine Personaldecke die Durchführung schweren Herzens abgewehrt hatte, traf der Börsenverein im letzten Jahr die Entscheidung, dass Mausbuch nun groß genug wäre, um den Vorlesewettbewerb 2017 auf die Beine zu stellen.

Gern.

Aber nicht am Dienstagnachmittag, wie es hier bisher üblich war. Da müssen wir nämlich arbeiten. Ar-bei-ten. Wir haben einen Laden, eine Buch-hand-lung. Mit Öffnungszeiten und Präsenzpflicht und so. Den können wir nicht schließen, auch nicht für die 57(?)jährige Traditionsveranstaltung. Gute Idee von einer Kollegin vom Börsenverein selbst: wie wäre es denn mit Samstagnachmittag? Dann können auch Eltern. Au ja – und dann in Lehe, denn wenn schon eine Leher Buchhandlung – die Leher Buchhandlung – den Wettbewerb durchführen soll, dann doch in Lehe.

Nein.

Sagte dann der Börsenverein. Das haben wir 57(?) Jahre lang nicht so gemacht. Damit fangen wir jetzt auch nicht mehr an. Samstags und in Lehe. Und damit waren wir raus.

Dann eben nicht.

Unsere Veranstaltung „The English Hour“ am 17.März

Wir freuen uns schon auf unsere Veranstaltung „The English Hour“, bei der wir Ihnen literarische Texte ganz unterschiedlicher Art in englischer Sprache vorlesen werden.

Ich habe nachgesehen: die letzte „English Hour“ ist schon wieder eineinhalb Jahre her – wie die Zeit vergeht! Auch in diesem Jahr unterstützt uns Nick Strauss – Australier – als Vorleser. Unser Mitarbeiter Alex hat ein Jahr in England verbracht und kommt mit frischen Spracheindrücken. Vielleicht kann er noch eine amerikanische Austauschschülerin überreden, etwas vorzulesen. Uns unsere Freunde Tina und Jörg sind auch wieder dabei.

Die Veranstaltung findet am kommenden Freitag, den 17.März statt. Wir fangen um 19 Uhr an; der Eintritt beträgt 3 Euro und wir bitten bei Interesse um Anmeldung.

Wenn Sie bis dahin schon mal ebay, ebay, ebay wollen, empfiehlt sich dieser hochwissenschaftliche Clip:

 

5 schöne neue Jugendbücher

Ein Frühjahr haben wir – wie einen Herbst. Nein, ich meine nicht das Wetter (auch), sondern von der Vielzahl interessanter Neuerscheinungen. Wie in manchem Herbst, in dem die Verlage sonst eben die coolen Sachen herausbringen, haben wir nun eine wahre Flut neuer Bücher.

Unter den Jugendbüchern haben mir einige neue sehr gut gefallen.

„George“ ist schon aus dem letzten Jahr und handelt von einem Jungen, der sich von jeher schon als Mädchen gefühlt hat. Einfühlsam wird beschrieben, wie ein Coming-out sein kann, wenn auch unter manchmal turbulenten Umständen. – Einzig die Tatsache, dass der Junge zu alt agiert hat für die vierte (!) Klasse, in der er sein soll und auch die anderen Kinder Schlausprech machen, hat mich etwas verwirrt. Es ist auch nicht zwingend notwendig, dass der junge Kerl in der vierten Klasse ist; die Story verlangt das nicht, also versteh‘ ich die Entscheidung des Autoren nicht. Vor allem, weil es ansonsten ein wichtiges und kluges Buch ist.

„Easygoing“ spielt in Schweden. Joanna hat ADHS und sehr damit zu kämpfen, wenn sie ihre Medikamente nicht nehmen kann. Und sie kann sie im Moment nicht nehmen, weil ihre Familie das Geld nicht erübrigen kann. Die Mutter ist Autorin und hat nach ihrem Erstlingswerk, das weiland wie eine Bombe einschlug, noch weitere Romane geschrieben, die allesamt abgelehnt wurden. Trotzdem schreibt sie verbissen Buch um Buch, ins Leere, sozusagen. Geld kommt auch nicht herein. Das wiederum treibt Joannas Vater in eine handfeste Depression. Joannas Leben ist also nicht einfach. Dann kommt sie auf eine folgenschwere Idee… Gut und authentisch erzählt, mit spannenden Wendungen und einem turbulenten Plot.

„Pferd Pferd Tiger Tiger“ ist eine chinesische Redewendung und bedeutet so viel wie „Es geht mir so lala“. Honey ist 16 und durch einen der vielen Zufälle, die ihr Leben bestimmen, in einem Chinesischkurs gelandet, in dem sie eigentlich gar nicht sein sollte. Sie landet durch Zufall auch an ganz anderen Plätzen und schließlich zu Besuch in einem Hospiz. Dort lernt sie wiederum durch Zufall einen ehemaligen Porzellanmaler kennen und schließt mit ihm eine ungewöhnliche Freundschaft… ganz, ganz liebevoll und einfühlsam erzählter Jugendroman.

„Ich wollte nur, dass du noch weißt“ ist das Buchpendant zu Emily Trunkos Erfolgs-Tumblrseite, auf der sie nicht veröffentlichte Briefe sammelt, eigene und auch die anderer Personen. Was ganz persönlich begonnen hat, ist mittlerweile ein Internetphänomen geworden und hier haben wir eine Printversion davon, ein Best-of, sozusagen. Jeder von uns hat entweder im Kopf oder in der Realität schon einmal einen Brief geschrieben und nicht abgeschickt. Vielleicht, weil man sich nicht traut oder weil man es unangemessen findet oder die Person nicht mehr erreichen kann. Das Buch beginnt harmlos mit schwärmerischen Briefen und haut einen zwischendurch aus den Schlappen, wenn man beim Lesen der Briefe bemerkt, dass der Adressat durchaus auch nicht mehr unter uns weilt. Dazu passen wunderbar die frisch-frechen Illustrationen von Lisa Congdon. Eine Lese- und Guckerlebnis. Und rührend obendrein.

„Shutdown“ schließlich wäre was für die jungen Herren ab 12 Jahren aufwärts. Ein spannender Plot führt uns auf eine tropische Insel und zusammen mit der 14jährigen Isabel muss der 12 jährige Ash nichts Geringeres als die Welt retten. Ein tödliches Virus wurde nämlich freigesetzt und die beiden Jugendlichen müssen den Hafen am anderen Ende der Insel erreichen, um die Bösen daran zu hindern, das Virus über die ganze Welt zu verbreiten und dafür haben sie nur 24 Stunden. Spannend! Und der Plot ist sogar in sich stimmig. So einigermaßen. Für Thrillerwelten. Und Ash ist ein ganz normaler Junge ohne besondere Fähigkeiten, ein bisschen unsportlich und an seiner Schule kein Überflieger, ein normales Kind also. Auch sehr erfrischend.

Hiatus – und neue Pläne

Zu deutsch „Kluft“. Man könnte auch sagen, ich habe lange nichts geschrieben. Und ein paar Veranstaltungen verschoben oder ausfallen lassen.

Natürlich hatte es jeweils mit der Welle der grippalen Erkrankungen zu tun, die durch das Land gefegt ist. Sie fegt ja jedes Jahr im Winter durch das Land, aber nicht in jedem Jahr  stört es mich, denn es erwischt mich selten.

Dieses Jahr aber schon. Natürlich bin ich trotzdem arbeiten gegangen, aber ich musste leider zwei Veranstaltungen verschieben und die letzte Taschenlampenlesung in diesem Winter ersatzlos streichen – was mir sehr Leid tat, denn wir alle hatten uns ja schon darauf gefreut. Aber meine Stimme hätte nicht gehalten und das wäre ein unerfreulicher Abend für uns alle geworden.

Paul und Napoleon, eine Skulptur von Fernando Valero, in unserem Schaufenster

Aber nun richten wir unser Augenmerk wieder auf zukünftige Dinge. Viel ist schon passiert in diesem Jahr und viel wird noch passieren: wir werden alte Veranstaltungen wieder auflegen, am 17.März die „English Hour“ und am 2.Juni die Buchtauschparty. Und am 16.Juni wird der Schardt Verlag aus Oldenburg mit drei seiner Autoren aus Bremerhaven und Nordenham hier ein „Werkstattgespräch“ anbieten: wie werde ich eigentlich Autor?

Am 7.April liest die Bremerhavener Autorin eLeoNore Born aus ihrem Buch „Tibertanz“. Die „Berufsreisende“ und Journalistin reiste 222 Jahre nach Johann Wolfgang Goethe durch Italien und ließ sich von seinen Texten inspirieren.

Der Welttag des Buches findet wieder am 23.April statt, doch da das ein Sonntag ist, verschieben wir (im Verschieben bin ich ganz groß momentan) das Event auf den Montag. Zusammen mit dem Nord-Süd-Forum Bremerhaven stellen wir wieder einen Abend auf die Beine, an dem Flüchtlinge und Zugezogene uns Texte in ihrer Muttersprache vorstellen oder uns zeigen möchten, wie gut ihr Deutsch schon geworden ist. Im letzten Jahr war das eine ganz großartige Veranstaltung, die uns alle sehr berührte und sehr viel Spaß gemacht hat und ich freue mich auf die Neuauflage.

Und in den Ferien kommen unsere Häkelkurse für Kinder wieder – unvermeidlich!

So viel erst einmal zum ersten Halbjahr.

 

Woher der Name kommt

Wir werden es ganz oft gefragt: Warum heißt Mausbuch Mausbuch?

Noch häufiger werden wir gefragt, wie lange es uns jetzt schon gibt. Das ist – offen gestanden – einfacher zu beantworten, denn rechnen können wir ganz gut. 7 Jahre werden es bald. Irre, nech?

Ich habe mehr als ein Jahr lang an dem Vorhaben Selbständigkeit geplant, damals. Viele Dinge waren zu bedenken, viele Informationen einzuholen, viele Menschen zu sprechen. Irgendwann entwickelten wir einen Kosenamen für das Unternehmen in den vielen Gesprächen und der blieb hängen. So einfach ist das.

Aber wie nennt man denn nun eine Buchhandlung, wenn man eine gründet? Es gibt drei grobe Kategorien: entweder man wählt seinen Familiennamen – langweilig –  oder man wählt eine Ortsbezeichnung oder eine Anlehnung daran – Buchhandlung am XXX – oder man denkt sich eine fesche Umschreibung für das Warenangebot aus, so etwa „Bücherstübchen“, „Lesespaß“, „Bücherwurm“ oder – gern genommen „Bücher und mehr“. Hrgl. Nicht sehr originell. Dann lebe ich lieber mit originell-und-oft-des-Namens-wegen-als-Kinderbuchhandlung-verkannt. Denn genau das ist gelegentlich unser Problem. Aber da müssen wir jetzt durch. Ich mag den Namen nach wie vor. Manchmal werde ich auch so angeredet. Warum nicht?

Aber es gibt natürlich auch tolle Buchhandlungen, denen die Kollegen ganz clevere Taufnamen gegeben haben: „Land in Sicht“ (Frankfurt) finde ich hübsch, hübsch und richtungsweisend. Und in einer „Anderen Buchhandlung“ weiß man doch gleich, woran man ist. „Proust“ in Essen ist viel mehr, als sein Name sagt. Nur bei „stories!“ (Hamburg) weiß ich nicht so recht: das Ausrufezeichen kommt mir ein bißchen fordernd vor. Soll wohl so.

 

Mein Leseplan für 2017

Guten Tag und herzlich willkommen zu einer neuen Runde von Lasst-uns-unsinnige-Pläne-fürs-neue-Jahr-machen. Ich bin sicher, jeder von Ihnen kennt so etwas.

Kommt oft daher mit einem Jahreswechsel. Den wir gerade hatten. Sie haben davon gehört.

Nun, ich weiß, wie unberechenbar das Leben ist, auch das Geschäftsleben, gerade wenn man selbstständig ist. Also halten wir hier die Planung für dieses Jahr grob (oder geheim), aber die Leseplanung, nun die zu gestalten ist jedes Mal wieder ein erfüllendes, wenn auch unsinniges Spiel.

Wenn es doch aber Spaß macht…

In der Ausbildung mussten wir eine Leseliste führen und sie dann zur Prüfung vorlegen. 20 Neuerscheinungen pro Jahr sowie 10 Klassiker mussten darauf stehen und leider habe ich diese Listen nicht mehr – sie sind WEG. Seit 1998 führe ich aus reinem Spaß wieder eine Leseliste und hatte in demselben Jahr immerhin 85 Stück geschafft. Die Titel sagen mir zum Teil nichts mehr; würde man mich fragen, ich könnte schwören, das Buch nie in der Hand gehabt zu haben. Seit 1998 halte ich durch und schreibe jedes gelesene Buch in meine Liste. Inhalte halte ich nicht fest; mehrmals habe ich das versucht, aber das ist wirklich eine zeitraubende Angelegenheit.

Der 1.Januar eines jeden Jahres ist somit der Starttermin für eine neue Leseliste. Seit ein paar Jahren trete ich in einem Forum gegen eine Freundin an – wir einigen uns stets auf eine zu erreichende Zahl an Büchern und während wir uns in den letzten Jahren immer selbst übertroffen hatten, sind wir beide im letzten Jahr an unserem eigenen Vorhaben gescheitert. Aber was heißt schon gescheitert? Sie kann 85 Bücher vorweisen, ich schlappe 60.

Nun könnte man sich fragen, woran liegt’s, hatten wir uns doch einige mehr vorgenommen? Jede von uns hat dafür ihre eigene Erklärung, aber letztendlich war es für uns beide aus verschiedenen Gründen ein turbulentes Jahr. Und wenn ich mal einen Blick auf meine Liste werfe, kann ich wenigstens sagen, es waren vielleicht „nur“ 60 Bücher, aber es waren 60 gute, ein paar sogar richtig gut.

Was will man mehr.

Was planen wir also für dieses Jahr? Wir gehen es mal vorsichtig an…

Wie war’s denn eigentlich beim… Hit&Run-Konzert der „Ukulelenbande“?

Dafür, dass wir wegen des Weihnachtsgeschäftes im Dezember eigentlich keine Veranstaltungen durchführen, hatten wir ganz schön viele: die Nikolausi Chillout-Lesung mit Tina & Jörg – wie in jedem Jahr eine sehr, sehr schöne Lesung, die schon eine unerschütterliche Fangemeinde hat -, den Häkelkurs für Kinder gleich nach Weihnachten mit reger Beteiligung (10 Kinder, davon waren einige schon häufiger bei uns gewesen und somit alte Hasen im Häkeln) und eben das Kurzkonzert der Ukulelenbande der Astrid-Lindgren-Schule am 13.Dezember.

Und das war schön! Die Ukulelenbande sind Kinder aus den 3.und 4.Klassen der Astrid-Lindgren-Schule unter der Leitung von Robert Driesen, die noch gar nicht so lange Ukulele spielen, aber schon ein respektabeles Repertoire draufhaben. Neben zwei Weihnachtsliedern hörten wir auch Tradionelles und einen Oldie – und das alles im laufenden Betrieb zwischen 12:30 und 13:00.

Das machen wir unbedingt nochmal!