Mein Leben in der Hafenstraße

Ach ja, die Hafenstraße…

Manchmal fehlen einem die Worte zu dieser besonderen Location der Stadt. Sagen Sie das nicht PRO7, aber die sind am falschen Ort, wenn sie wieder mal Unterschichten-TV drehen wollen und in der Heinrichstraße abhängen. Nicht ganz falsch, aber sie könnten es einfacher haben. Denn in der Hafenstraße darf man sogar in der Parkraumbewirtschaftung ohne Parkticket stehen, solange man will, es interessiert keine Sau.

So vieles an der Hafenstraße interessiert keine Sau. Die Gewerbelandschaft, die natürlich in meiner besonderen Perspektive steht, hat sich sehr gewandelt in den letzten Jahren. Das hat gar nicht unbedingt etwas damit zu tun, dass sich Einzelhandel im Allgemeinen oder in der Hafenstraße im Speziellen nicht mehr lohnt, sondern ist einfach nur eine Folge der Abwanderung von Gewerbetreibenden in den Landkreis oder altersbedingte Geschäftsaufgabe. Meistens letzteres.

Und was dann nachwächst, hält gegebenenfalls nicht mehr das Niveau, das wir gewohnt waren. Was wiederum anderes Publikum anzieht. Aber auch die neuen Händler haben manchmal eine… andere Vorstellung von Ordnung. Oder Sauberkeit. Oder nachbarschaftlichem Verhalten. Oder Einhaltung von Gesetzen.

Die Ordnungsmacht interessiert das herzlich wenig und das ist das Problem. Wir sind ja keine Korinthenkacker, die blind auf der Einhaltung von Regeln bestehen, aber wir sind der irrigen Annahme, dass Zusammenleben nur funktioniert, wenn jeder ein bisschen was dafür tut.

Momentan liefert sich das Leben in der Hafenstraße einen regelrechten Battle zwischen den Ansichten. Da sind Nachbarn, die sich sehr rüde benehmen und sehr uneinsichtig. Mit so etwas will ich nicht zusammenleben müssen.

Muss ich aber.

Wir waren zuerst hier – 10 Jahre sind schon ein lange Zeit. Die Hafenstraße ist schön und bunt und belebt, aber sie ist auch furchtbar unaufgeräumt und droht an einigen Ecken zu vermüllen und das sehenden Auges des Ordnungsamtes – das sich einfach nicht mehr kümmert.

Eigentlich hat die Hafenstraße in ihrem jetzigen Zustand keine Buchhandlung mehr verdient. Auf der anderen Seite darf man nicht vergessen, dass hier auch ganz wunderbare Gewerbetreibende in der Nachbarschaft ansässig sind, mit denen wir prima klarkommen. Und wo sollten wir auch hin? Ich will hier nicht weg; ich hatte mir vor 10 Jahren die Hafenstraße ausgesucht, weil ich an sie glaubte und weil ich den Kulturmix wollte. Und ich glaube immer noch an die Hafenstraße. Es schmerzt mich nur, zu sehen, was aus ihr wird.

Es sind eben nur schwarze Schafe. Die momentan tun dürfen, was sie wollen. Buchstäblich und ohne Einschränkung.

Wir sollten etwas unternehmen.