Mein Leben als Buchhändlerin

Buchhändler und Buchhändlerinnen sind eine komische Spezies. Seltsam, aber nicht selten, immerhin gibt es etwa 30.000 von uns in Deutschland.

Es erstaunt mich immer wieder, wie unser Beruf von außen betrachtet wird: wie stellt sich der Kunde den Buchhändler vor? Allwissend, nichts wissend oder irgendwas dazwischen? Stets lesend, auch auf der Arbeit? Kulturinteressiert, belesen, klug oder als eine Art Avatar des Großhändlers – so eine Art sprechende Verlängerung der Über-Nacht-Belieferung?

Sind wir Langweiler?

Meine Kollegin erzählte mir gerade, sie hätte gelesen, zwei Berufsgruppen wären die absoluten Langweiler auf Partys: Biologen und Buchhändler. Meiner Erfahrung nach ergibt die Kombination „mehrere Buchhändler“ und „Party“ immer etwas sehr Amüsantes – beim letzten Mal haben wir den jungen Barkeeper erschreckt – aber nun gut. Wenn das Internet das sagt. Es kennt wahrscheinlich keine Buchhändler.

Klar lesen wir viel. Das tun wir aber zu Hause, in unserer sogenannten Freizeit. Und wir lesen selbstverständlich für den Kunden. Das eigene Lesepensum mit den Kundenwünschen zu vereinen ist allerdings eine schieflagige Angelegenheit. Es gibt so viele Neuerscheinungen, dass man unmöglich alle kennen kann und manches Mal eben auch am Kundeninteresse vorbei liest. Auf die Nachfrage „Haben Sie das schon gelesen?“ müssen wir so manches Mal mit Nein antworten. Das ist kein Ausdruck unseres Desinteresses, sondern des absoluten Überangebotes.

Und nein – wir bekommen nicht alle Neuerscheinungen „automatisch zugeschickt“. Erstens würde das bei der Menge zu einem Verkehrsstau auf den Straßen führen und zweitens möchte ich bitte selbst entscheiden, für welche Bücher ich mein Geld ausgebe. Denn nein – um auch hier mit einem Vorurteil aufzuräumen – das von uns präsentierte Lager ist keine Kommissionsware und wird nicht etwa bei Lust und Laune an den einen oder anderen Verlag bezahlt. Das stehende Lager ist bezahlt. Und dreht sich. Oder frisst Brot.

Und nein – Bestseller fallen nicht von Bäumen. Okay, manchmal schon. Bestseller werden von Ihnen gemacht, den Käufern und Lesern. Und von uns, den Buchhändlern. Konnte sich ein Kunde kürzlich gar nicht vorstellen: wir lesen tatsächlich, um Kunden etwas empfehlen zu können? Und das tun wir ganz im Sinne des Kunden und gar nicht auf Provisionsbasis? Ach, wir haben diesen Beruf erlernt? Das kann man lernen?

Und nein – wir bekommen unsere Ware nicht per Post… die arme Post, das wäre ja was. Sondern per Bücherwagendienst. Das ist so eine Privatspedition, die wir dafür bezahlen. Denn nein, wir bekommen die Ware nicht umsonst über Nacht geliefert. Und nein – Lieferhindernisse sind etwas ganz Normales, Meldenummern nicht das Ende der Welt und ja, wir können Bestandsmeldungen prüfen. Deshalb prüfen wir ja stets bei der Bestellung, ob etwas lieferbar ist oder nicht. Nicht grundsätzlich lieferbar, sondern jetzt, hier, in dieser Sekunde. Denn ja, unsere Logistik ist digitalisiert. Seit 30 Jahren, übrigens.

Manchmal frage ich mich, ob unser Beruf und unser Dasein früher auch so hinterfragt wurden. Heute hat natürlich jeder Kunde die Möglichkeit, sich selbst online über das Buchangebot zu informieren. Ob er Beratung braucht oder nicht, bleibt ihm selbst überlassen, aber eine Buchhandlung zu betreten, die Beratung in Anspruch zu nehmen und gleichzeitig die buchhändlerische Kompetenz anzuzweifeln oder mit eigenen Lieferbarkeitsmeldungen zu torpedieren, finde ich… seltsam. Es tröstet mich aber, zu wissen, dass unserer nicht der einzige Berufsstand ist, der unter dem gesammelten Internetwissen leidet: man geht ja schließlich auch mit einer eigenen Diagnose zum Arzt, habe ich mir sagen lassen.

Neue Veranstaltung in der Buchhandlung Mausbuch: Inge Merkentrup kommt

Wir freuen uns sehr, die Oldenburger Autorin Inge Merkentrup am Dienstag, den 8.Oktober bei uns zu Gast zu haben.

„Die Frau hinter dem bekannten Bild“, sagt die Autorin in einem Interview mit der NWZ, die interessiere sie. Und Frauen stehen daher im Mittelpunkt der sieben Kurzgeschichten, die in ihrem Buch „Ein bisschen Marilyn und immer Frau“ versammelt sind. Mal sind es Vignetten, feine Beobachtungen um Christine und Elvira in fast alltäglichen, dann doch wieder nicht ganz alltäglichen Situationen. Es sind Frauen von nebenan – oder eben doch bekannte Persönlichkeiten: so die Geschichte um Marilyn.

Eine ihrer Geschichten spielt in Bremerhaven – so etwas lieben wir Bremerhavener. Vielleicht liest Frau Merkentrup uns diese Geschichte vor, vielleicht hören wir auch andere, wir werden sehen. Und hören.

Wer dabei sein möchte, der melde sich bitte an unter Tel 4834 471 oder per email unter info@buchhandlung-mausbuch.de. Oder persönlich. Der Eintritt kostet 6 Euro.

Das Märchen vom Märchen von der Leseförderung

Da hatte die Stiftung Lesen doch mal eine ganz hervorragende Idee: Leseförderung für bildungsferne Familien. Der Plan war, eine Million Bücher mit den Märchen der Brüder Grimm drucken zu lassen und dann an interessierte Familien zu verteilen. Anlass: der Weltkindertag am 20.September. Die Durchführung: der Druck der Bücher und die Registrierung (!) der Kunden über amazon, die Verteilung über die großen Buchhandelsketten Hugendubel und Thalia.

Der Plan – wie sagt man heute – leakte. Im Juni sickerten Informationen an die „übrige“ Buchhandelsbranche durch, dass eine große Aktion an ihnen vorbei geplant worden war. Die Branche regte sich auf und die Stiftung Lesen geriet in Erklärungsnot. Es folgten innerhalb eines Telefonats filmreife Verstrickungen in Widersprüchen. – Tausende von unabhängigen Buchhandlungen empfanden die Aktion der Stiftung Lesen als Vera-lberung. Und äußersten das auch – öffentlich.

Schließlich bot man dem Buchhandel großzügig an, ebenfalls Exemplare des Märchenbuchs bestellen zu dürfen. Und es gab 550 Kollegen des unabhängigen Buchhandels, die diesem Angebot folgten.

Wie brisant diese ganze Aktion ist, kann man vielleicht nur nachempfinden, wenn man eine inhabergeführte Buchhandlung besitzt. Wäre es eine Aktion, deren Planung und Durchführung eine Geschichte zwischen amazon, Hugendubel und Thalia wäre, so würde ich sagen „so what“ und zur Tagesordnung übergehen. Doch die Stiftung Lesen ist involviert – und das ist nicht okay. Die Stiftung Lesen wurde unter anderem vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels ins Leben gerufen, dem Börsenverein, der Bundesverband und Interessenvertreter von Verlagen und Buchhandlungen ist, allen Buchhandlungen, nicht nur Ketten.

Wir brauchen keinen Keil, den die Stiftung Lesen zwischen inhabergeführte Buchhandlungen und Buchhandelsketten treibt. Ketten sind nichts anderes als ehemalige inhabergeführte Buchhandlungen, die in Einzelfällen vielleicht vergessen zu haben scheinen, warum wir das hier alles machen. Leseförderung machen wir – machen wir schon lange, dazu brauchen wir keinen Luxemburger Global Player ohne Steuerpflicht. Sich dem an den Hals zu werfen, sollte für jeden Buchhändler, der stolz auf seine Profession ist, ein No-Go sein. Der Buchhandel muss zusammenhalten. Wir haben einen tollen, unglaublich fordernden und abwechslungsreichen Beruf. Aber wir verlernen gerade, stolz darauf zu sein.

Sci-Fi-Schnitzeljagd in Lehe: Nach Hause in die Zukunft!

„Sie haben mit Ihrem Raumschiff eine Anomalie gestreift und finden sich plötzlich im Lehe des Jahres 2019 wieder. Damit Sie zurück in Ihre Zukunft kommen, müssen Sie Ihr Raumschiff erst reparieren. Dazu müssen Sie in mehreren Teams verschiedene Aufgaben lösen…“

So beginnt das große Schnitzeljagd-Abenteuer, ursprünglich konzipiert für den Leher Kultursommer 2018. Die drei in Bremerhaven aktiven Science-Fiction-Fanclubs „Starfleet Command Bremerhaven“, „Starship Academy“ und „Starbase 471 e.V.“ haben monatelang mit viel Freude an der Sache die Aufgaben konzipiert. Es handelt sich hier um ein Spiel im Raum Lehe, den Sie zu Fuß erkunden müssen. Die beste Besatzung gewinnt einen Besuch im Raumschiff-Simulator, der sich in „Der Spielspaß“ befindet (Impressionen siehe oben). Das Abenteuer endet für die Überlebenden im Passage-Kino. Dort sehen alle den Star Trek-Klassiker „Star Trek IV – Zurück in die Gegenwart“. – Wie wir darauf wohl gekommen sind.

Anmeldung bei der Buchhandlung Mausbuch – Tel. 4834 471 oder auf den üblichen Kanälen. Startgebühr: 3.50 Euro – im Science Fiction-Kostüm entfällt diese (wir sind gespannt und wir wollen was sehen!).

Termin: Sonntag, 12.Mai – 15:00 (erster Startslot) bis 19:00 Sammeltreff im Spielspaß. Abschluß im Passage Kino 20:00 bis 22:00.

Die Wiederaufnahme wird durch den Verein KulTurbo e.V. umgesetzt und durch den „Bremerhavener Kulturtopf“ der Seestadt Bremerhaven gefördert.

Mögen die Teilnehmenden so viel Spaß haben wie die drei Clubs, der Verein KulTurbo und Theatermacher Erpho Bell beim Erstellen!

Was bisher geschah

Wir haben noch gar nicht erzählt, was aus dem Deutschen Buchhandlungspreis geworden ist.

Nachdem die Nominierung unserer Firma sogar als DPA-Meldung in die Tagespresse kam, gab es viele Glückwünsche von Kunden, Verlagen, der Politik und Geschäftskontakten, die uns alle sehr gefreut haben. Die Nominierung zum Deutschen Buchhandlungspreis bedeutet ja bereits eine Dotierung. Am Abend der Preisverleihung erfährt man erst unter 118 Kollegen, ob man in der geringsten Preisstufe (hervorragende Buchhandlung) oder einer der beiden höheren Kategorien-die dann auch höher dotiert sind – landet.

Abgesehen von der Aufmerksamkeit – und dem Geld – ist es nicht zuletzt eine Anerkennung der Leistung der vergangenen arbeitsreichen Jahre in unserer Buchhandlung, die so honoriert wird. Und um die Spannung nicht künstlich in die Höhe zu treiben: es ist bei der geringsten Preiskategorie geblieben, aber wir sind glücklich. Als eine von nur drei Buchhandlungen aus dem Bundesland Bremen – und Bremerhavens erster – dürfen wir uns nun ein Gütesigel ins Schaufenster kleben.

Der Abend der Preisverleihung war sehr, sehr schön. Wir waren nach Kassel geladen – mit Anwesenheitspflicht! Die von der Jury des Deutschen Buchhandlungspreises und Staatskulturministerin Monika Grütters durchgeführte Zeremonie war ein gutes Mittel zwischen Feierlichkeit und Gelassenheit. Viele Kollegen zu treffen, war für uns besonders schön – kommt man doch selten aus seinem Turf heraus. Und alle hatten etwas zu feiern – große oder kleine Preise.

Und nun geht sie wieder los, die Bewerbungsfrist; zum fünften Mal wird der Deutsche Buchhandlungspreis verliehen. Wie in den vergangenen Jahren werden wir uns auch in diesem Jahr wieder bewerben, denn wir haben viel getan: Leseförderung, Veranstaltungen, literarischer Sortimentsaufbau, Welttag des Buches. Doch ich merke schon bei den ersten Seiten, die auszufüllen sind, die etwas größere Gelassenheit. Wir haben nun bereits einmal gewonnen – wir sind bereits einmal erhört worden. In den ersten Jahren, in denen wir uns beworben hatten, aber nie nominiert wurden, wuchs der Frust. Aber natürlich gibt es viele inhabergeführte Kollegen, die preiswürdig sind. Und nicht alle können gewinnen. Aber alle hätten’s verdient.

Der Lesekreis hat entschieden

Der Lesekreis der Buchhandlung Mausbuch hat seinen Favoriten gewählt

Als einer der glücklichen Lesekreise, die 2018 zum „Lesekreis zum Deutschen Buchpreis“ gewählt wurde, hatte sich der Kreis der Buchhandlung Mausbuch mit Feuereifer an die Arbeit gemacht.

Noch vor Bekanntgabe der Shortlist wurde eine eigene erstellt – und mit großem Erstaunen eine Woche später mit der von der Jury zum Deutschen Buchpreis designierten Liste verglichen: genau eine Übereinstimmung gab es.

Sechs Titel hatte der Lesekreis zur eigenen Shortlist gemacht, darunter auch Franziskas Hausers „Gewitterschwimmerin“, die vorerst als Favorit galt. Weitere Titel waren Arno Geigers „Unter der Drachenwand“, Nini Haratischwilis „Die Katze und der General“, Ernst Loschütz‘ „Ein schönes Paar“, Angelika Klüssendorfs sowie Adolf Muschgs „Heimkehr nach Fukushima“. Die Liste wurde durch Abstimmung erstellt.

Fünf Monate lang lasen die 22 Mitglieder des Lesekreises sich durch die sechs Titel und trafen sich mehrmals, um ihre Eindrücke zu besprechen. Es war interessant zu beobachten, wie sich die Erwartung an ein Buch durch einen Eindruck durch Erzählung oder Anlesen und dann durch die Meinung nach abgeschlossener Lektüre ersetzt hat. War die „Gewitterschwimmerin“ zuerst die absolute Favoritin des Lesekreises, so polarisierte sie die Meinungen nach der Lektüre gewaltig.  Der Kunstgriff, die Erzählflüsse zeitlich gegeneinander fließen zu lassen, fanden alle Leserinnen spannend. Jedoch war einigen die Sprache zu derb, obwohl der Situation angemessen. Das Thema Kindesmissbrauch, das sich als roter Faden durch das ganze Buch zieht, schreckte auch einige ab.

Nino Haratischwilis „Die Katze und der General“ wurde von vielen Mitgliedern trotz des Umfangs bevorzugt und dann recht zügig gelesen, während der Lektüre aber oft als zu langatmig empfunden. Das Thema war aber wichtig und der Erzählstil eingängig. Es fand auch durchaus seine Fans unter den Mitgliedern.

Auch für Adolf Muschgs „Heimkehr nach Fukushima“ fanden sich Spezialistinnen. Gerade, wer eine Verbindung emotionaler Art nach Japan hatte, konnte mit der vielschichtigen Erzählung Adolf Muschgs mehr anfangen als die anderen Damen. Nur die Adalbert Stifter-Zitate fanden nicht immer Anklang.

Ernst Loschütz‘ „Ein schönes Paar“ wurde kondensiert auf ein Paradebeispiel für nicht stattfindende Kommunikation in der Ehe und durchaus als lesenswert empfunden. Angelika Klüssendorfs lakonischer Stil war auch nicht für jeden etwas.

Überzeugt hat Arno Geigers „Unter der Drachenwand“ und dieses Buch siegte bei der abschließenden Abstimmung des Lesekreises Ende Januar mit Vorsprung. Ein etwas anderes Buch über den zweiten Weltkrieg, urteilten die Mitglieder, eine andere Erzählperspektive mit nachvollziehbaren Handlungen der Figuren.

So gewinnt Arno Geigers den ersten „Leher Literaturpreis“, verliehen vom Lesekreis der Buchhandlung Mausbuch. Der Autor wird in Kürze über seinen Gewinn informiert und nach Bremerhaven eingeladen. Der Lesekreis würde sich sehr freuen, wenn der Autor nach der Reise nach Bremen noch einmal den Weg in den Norden antreten würde.

Abschließend ist nur noch zu sagen, dass der Lesekreis die Erfahrung begeistert und als überaus positiv beurteilt hat. Einen Pool von Büchern zu lesen im eigenen Tempo, nach eigenen Vorlieben und sich über Monate hinweg damit zu beschäftigen, war für alle eine neue und bereichernde Erfahrung.

Der Lesekreis dankt dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels sowie den Verlagen Frankfurter Verlagsanstalt, Eichborn, Hanser, Kiepenheuer und Witsch, C.H.Beck und Schöffling sehr für die Organisation und großzügige Unterstützung des Projektes. Es hat allen Teilnehmerinnen außerordentlich viel Spaß gemacht.

Auch das noch…

Wir sind sehr stolz und glücklich, verkünden zu dürfen, dass die Buchhandlung Mausbuch in diesem Jahr zum Deutschen Buchhandlungspreis nominiert wurde. Der zum vierten Mal in Folge vom Staatsministerium für Kultur und Medien ausgelobte Preis wird an besonders werktätige, inhabergeführte Buchhandlungen verliehen. Auch in diesem Jahr haben sich wieder mehrere hundert Kollegen beworben, die sich besonders stark machen in Sachen Leseförderung, Literaturförderung oder Veranstaltungsangebot. Zweifelsohne hätten alle diesen Preis verdient.

Wir sind Ende Oktober nach Kassel geladen, im Rahmen der feierlichen Preisverleihung zu erfahren, welche der drei Preiskategorien wir erreicht haben. Bis dahin dürfen wir gespannt sein.

Obwohl wir uns in den vergangenen drei Jahren bereits beworben hatten, wurden wir bisher nie nominiert. Nun ist es endlich soweit. Lassen Sie uns betonen, dass wir all das nie geschafft hätten ohne die Unterstützung unserer traumhaften Kundschaft – und unseres wunderbaren Teams. Danke für all die Glückwünsche, auch an unsere Kollegen aus der Branche und Geschäftspartner.

Lesekreis der Buchhandlung Mausbuch als Lesekreis zum Deutschen Buchpreis ausgewählt!

Der seit 2011 bestehende Lesekreis der Buchhandlung Mausbuch ist sehr stolz, zu einem von nur fünf offiziellen Lesekreisen Deutschlands zu gehören, die die nominierten Bücher des Deutschen Buchpreises besprechen dürfen. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels wählte den Lesekreis aufgrund seiner Bewerbung aus. Die Gruppe diskutiert nun nach erfolgter Bekanntgabe der Longlist am 14. August mehrere Titel, die nominiert sind, den hochdotierten Preis zu erhalten. Arbeitsgrundlage wird zuerst einmal das gerade erhaltene Leseprobenheft, dann erfolgt ein Sondertreffen des Lesekreises und anschließend eine Menge Lektüre.

20 Damen gehören zum Lesekreis, der sich alle sechs Wochen trifft. Besprochen wird vor allem Literatur leicht gehobenen Anspruchs – Spaß machen soll die Lektüre schließlich auch noch. Ausgewählt wird basisdemokratisch; genommen wird trotzdem nicht alles. Doch im Moment liegt der Schwerpunkt ausschließlich auf der Longlist-Lektüre.

Zum ersten Mal hatten fünf Lesekreise weltweit die Chance, Lesekreis des Deutschen Buchpreises zu werden. Mit dem Deuscthen Buchpreis zeichnet der Börsenverein seit 2005 den deutschsprachigen „Roman des Jahres“ aus. Der Preis ist hochdotiert und gehört zu den renommiertesten Literaturauszeichnungen des deutschsprachigen Raumes.

Bis zur Bekanntgabe der Shortlist am 11.September wird es das nächste Treffen des Lesekreises gegeben haben. An dieser Stelle halten wir Sie über unsere Arbeit auf dem Laufenden.

 

Wir gratulieren Stefan Gemmel zum Weltrekord

Stefan Gemmel, Kinder- und Jugendbuchautor aus Rheinland-Pfalz, der uns ganz besonders am Herzen liegt, hat es geschafft: zusammen mit Eva Pfitzner von der „Leserattenservice“-GmbH hat er einen dritten Weltrekord um das Thema Lesen aufgestellt: die größte Einzellesung eines Autoren vor einem Publikum. So geschehen am Freitag, den 18.Mai – und das war ein Problem.

Stefan hat seine Figuren Alex und Sahli, bekannt aus seiner Kinderbuchreihe „Im Zeichen der Zauberkugel“, ein Abenteuer in der Commerzbank-Arena in Frankfurt erleben lassen und auf Einladung der Arena auch dort seinen Versuch, den Weltrekord von 2012 einzustellen, in Angriff genommen. Charmante Idee, doch mussten dieses Mal mehr als 5.400 Schüler, die seiner Einladung 2012 gefolgt waren, kommen. Am Freitag vor Pfingsten, einem denkbar ungünstigen Tag, um Schulen einzuladen. Zudem Hessen Abiturprüfungen durchgeführt hatte.

Am Mittwoch hatten wir noch telefoniert. „Ja, das schaffen wir nicht“, hat Stefan trocken gesagt. „Wie? Das schafft ihr nicht?“ habe ich völlig perplex gefragt. „Natürlich schafft ihr das!“

Natürlich schafften sie es.