Der Autor und sein Aal

Lokalautor Marco Monetha

war bei uns zu einer Lesung zu Gast.

Er brachte nicht nur seine

zauberhafte Familie mit – seine 4 Wochen alte Tochter hat sich den ganzen Abend lang äußerst vorbildlich verhalten – sondern auch einen Aal.

Nun, wir kennen so etwas. Es gibt Autoren, die ohne ihren Lieblingsfüller nicht signieren

können oder ihren Glückspullover zu einer Lesung anziehen müssen. Andere bringen einen Aal mit – jedem sein Maskottchen.

Aber Scherz beiseite: Marco Monetha hat einen Krimi geschrieben, weil er selbst gern Krimis liest. Sie dürfen auch ruhig etwas

härter sein und zur Sache gehen (so etwas bezeichnen wir im Laden gern als „Blut spritzt, Gedärme fliegen“, aber auch das ist nur ein altes Zitat, so alt, dass ich nicht mehr weiß, woher). Und sein Krimi spielt im Landkreis, genau genommen in seinem Wohnort und es geht um Eric, der zu Beginn der Geschichte seine Mutter tot auffindet, brutal erschlagen von einem Unbekannten. Die Polizei ermittelt, aber Eric ermittelt auch. Und gerät dabei in die Wirren seiner eigenen Vergangenheit.

Es war die Premierenlesung für Herrn Monetha und seinen Krimi „Eric“, erschienen im Oldenburger Schardt Verlag. Frau Ehlers und Frau Repotente vom Verlag hatten sich sogar auf den Weg gemacht, ihrem Autoren bei seiner ersten öffentlichen Lesung beizustehen.

Das Publikum war jedoch sehr wohlwollend; etwa 20 Personen hatten sich eingefunden am Freitag Abend in unserer Buchhandlung, um zwei Kapitel aus „Eric“ zu hören. Der Autor las flüssig und sachverständig, zu

Hause in seinem eigenen Text; das hat man nicht immer bei Autorenlesungen. So gelesen könnte man sich auch ein Hörbuch gut vorstellen.

Eric erzählt die Geschichte aus eigener Sicht, daher ist man als Leser in

jeder Sekunde beim Protagonisten. Auch die Erzählform im Präsens – nicht jedermanns Sache, meine aber schon – lässt den Leser ganz eintauchen in den Charakter Erics. Und die Figur hat eine Menge zu erzählen. Vielleicht erfährt man etwas mehr, als man bräuchte; etwas weniger… kontemplativ wäre es auch gut gewesen.

Und das Rätsel um den Aal? Das bleibt das Geheimnis des Autoren.

Eric zum Weiterenträtseln