Die Shortlist zum Deutschen Buchpreis ist da – huch!

Da ist sie – gespannt erwartet und voller Staunen angestarrt: die Shortlist zum Deutschen Buchpreis wurde heute früh pünktlich um 10 Uhr bekannt gegeben.

Natürlich lag unser Augenmerk gleich auf dem Vergleich mit der von unserem Lesekreis gewählten Favoritenliste und siehe da: es gibt exakt eine Übereinstimmung: Nino Haratischwilis „Die Katze und der General“. Immerhin.

 

Mausbuch goes TV – mit Verzögerung

In der letzten Woche hatten wir Besuch von einem Team von Radio Bremen, die einen Beitrag für Buten un Binnen aufgenommen haben. Ursprünglicher Sendetermin war gestern; leider hat sich die Ausstrahlung jedoch verschoben, da gestern ein aktueller Beitrag eingeschoben werden musste.

Für alle Mitwirkenden und Wartenden: der Beitrag läuft voraussichtlich in dieser Woche in Buten un Binnen und wir sind weiterhin sehr gespannt und freuen uns. Vielen Dank an unsere Kunden und Freunde, die sich für Filmaufnahmen zur Verfügung gestellt hatten und an das gut gelaunte Team von Radio Bremen! Es war uns ein Vergnügen.

Lesekreis hat seine Favoriten erwählt

Der Lesekreis der Buchhandlung hat letzte Woche in einem außerordentlichen Treffen – oder „Lesekreis Spezial“, wie wir es tauften – aus dem Leseprobenbuch der Longlist seine sechs Favoriten zum Deutschen Buchpreis gewählt.

Völlig basisdemokratisch stimmten elf anwesende Teilnehmerinnen über die eigene „Shortlist“ ab – dabei wurden mehrere, nicht anwesende Mitglieder des Lesekreises per Briefwahl berücksichtigt.

Mit Spannung erwarten wir nun am kommenden Dienstag die von der Jury zum Deutschen Buchpreis gewählte Shortlist, aber hier ist erst einmal unsere eigene, in der Reihenfolge der meisten Stimmen:

  1. Franziska Hauser, Die Gewitterschwimmerin, Eichborn Verlag, 431 Seiten
  2. Nino Haratischwili, Die Katze und der General, Frankfurter Verlagsanstalt, 750 Seiten
  3. Gert Loschütz, Ein schönes Paar, Schöffling Verlag, 236 Seiten
  4. Angelika Klüssendorf, Jahre später, Kiepenheuer und Witsch Verlag, 160 Seiten
  5. Arno Geiger, Unter der Drachenwand, Hanser Verlag, 480 Seiten
  6. Adolf Muschg, Heimkehr nach Fukushima, Beck Verlag, 244 Seiten

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels unterstützt uns sehr bei unserer Aufgabe, indem er für uns bei den Verlagen um Rezensionsexemplare bittet. Nach Eintreffen dieser geht es an die Lektüre. Und wir haben uns einiges vorgenommen, wie man am Seitenumfang einiger Titel sieht.

Sehr gefreut haben wir uns über unseren kundigen Gast bei unserem letzten Treffen, Frau Anne Stürzer von der Nordsee-Zeitung.

Mehr vom Lesekreis können Sie am Montag, den 10.9. in „Buten un Binnen“ um 19:30 auf Radio Bremen sehen!

Auch das noch…

Wir sind sehr stolz und glücklich, verkünden zu dürfen, dass die Buchhandlung Mausbuch in diesem Jahr zum Deutschen Buchhandlungspreis nominiert wurde. Der zum vierten Mal in Folge vom Staatsministerium für Kultur und Medien ausgelobte Preis wird an besonders werktätige, inhabergeführte Buchhandlungen verliehen. Auch in diesem Jahr haben sich wieder mehrere hundert Kollegen beworben, die sich besonders stark machen in Sachen Leseförderung, Literaturförderung oder Veranstaltungsangebot. Zweifelsohne hätten alle diesen Preis verdient.

Wir sind Ende Oktober nach Kassel geladen, im Rahmen der feierlichen Preisverleihung zu erfahren, welche der drei Preiskategorien wir erreicht haben. Bis dahin dürfen wir gespannt sein.

Obwohl wir uns in den vergangenen drei Jahren bereits beworben hatten, wurden wir bisher nie nominiert. Nun ist es endlich soweit. Lassen Sie uns betonen, dass wir all das nie geschafft hätten ohne die Unterstützung unserer traumhaften Kundschaft – und unseres wunderbaren Teams. Danke für all die Glückwünsche, auch an unsere Kollegen aus der Branche und Geschäftspartner.

Lesekreis der Buchhandlung Mausbuch als Lesekreis zum Deutschen Buchpreis ausgewählt!

Der seit 2011 bestehende Lesekreis der Buchhandlung Mausbuch ist sehr stolz, zu einem von nur fünf offiziellen Lesekreisen Deutschlands zu gehören, die die nominierten Bücher des Deutschen Buchpreises besprechen dürfen. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels wählte den Lesekreis aufgrund seiner Bewerbung aus. Die Gruppe diskutiert nun nach erfolgter Bekanntgabe der Longlist am 14. August mehrere Titel, die nominiert sind, den hochdotierten Preis zu erhalten. Arbeitsgrundlage wird zuerst einmal das gerade erhaltene Leseprobenheft, dann erfolgt ein Sondertreffen des Lesekreises und anschließend eine Menge Lektüre.

20 Damen gehören zum Lesekreis, der sich alle sechs Wochen trifft. Besprochen wird vor allem Literatur leicht gehobenen Anspruchs – Spaß machen soll die Lektüre schließlich auch noch. Ausgewählt wird basisdemokratisch; genommen wird trotzdem nicht alles. Doch im Moment liegt der Schwerpunkt ausschließlich auf der Longlist-Lektüre.

Zum ersten Mal hatten fünf Lesekreise weltweit die Chance, Lesekreis des Deutschen Buchpreises zu werden. Mit dem Deuscthen Buchpreis zeichnet der Börsenverein seit 2005 den deutschsprachigen „Roman des Jahres“ aus. Der Preis ist hochdotiert und gehört zu den renommiertesten Literaturauszeichnungen des deutschsprachigen Raumes.

Bis zur Bekanntgabe der Shortlist am 11.September wird es das nächste Treffen des Lesekreises gegeben haben. An dieser Stelle halten wir Sie über unsere Arbeit auf dem Laufenden.

 

Fähnlein Fieselschweif unterwegs

Neulich in einem nicht näher genannten Ort in der Nähe von Bremerhaven: Das dortige Gymnasium hatte Schulbücher bei uns bestellt und wünschte eine Lieferung kurz nach Ferienbeginn. Sowohl Schulleitung als auch Helfer waren willig, die Lieferung entgegenzunehmen und zu verstauen. Wir einigten uns kurzfristig auf einen Liefertermin, also rief ich die Bestellmenge bei unserem Lieferanten ab und bei Eintreffen der mehr als 100 kg Bildungsgüter hatten die Kollegin und ich jedes Buch etwa drölfmal in der Hand – auspacken, kontrollieren, zählen, nach Titelzugehörigkeit aufstapeln, nochmal kontrollieren, nochmal zählen, geraderücken, nochmal zählen, noch einmal mit der Bestellung abgleichen. Wir zählen mehr als einmal, wie man sieht.

Ich hatte mir die Route zuvor auf Google Maps angesehen, da ich als selbstständig beschäftigtes Kerlchen ja nicht viel von der Welt zu sehen bekomme. Tags darauf fuhr freundlicherweise mein Schwager mit mir die Tour, und als wir zur fraglichen alles entscheidenden Kreuzung kamen, sagte ich: „Hier rechts, dann die zweite links und wir sind da.“ Wir waren gerade noch so in der Zeit und mein Schwager warf ein: „Ach, wir können auch geradeaus fahren, dann die erste rechts.“ – „Okay“, sagte ich. „Aber ich habe mir nur die eine Route gemerkt. Ändern wir die, bin ich lost. Aber wie groß kann das hier schon sein?“ – „Groß nicht“, sagte Schwager. „Aber lang’n.“

Gesagt, getan. Aber die erste rechts ging nicht, gesperrt. Die zweite rechts war schon ganz schön weit von der Kreuzung-der-Entscheidung weg. Wir fuhren die nächstmöglich rechts und befanden uns mitten im Wald. „Schön wohnt man hier“, meinte ich. Aber wir wollten ja nicht wohnen, wir wollten liefern. Kurz darauf fanden wir uns an der Landesgrenze wieder. Keine Schule weit und breit, nur eine Menge Busch und eine Buswendehaltestelle. Wir hielten, ich stieg aus und sah mir mal die Gebäude an. Keines davon war eine Schule. Vor einem großen Haus stand der Wagen eines Fliesenlegers – darin zwei Mitarbeiter, schlafend. Stören wollte ich auch nicht. Telefonisch zu erreichen war die Schule gerade nicht, unter zwei Nummern nicht. Ich wollte mich wenigstens für die nun entstandene Verspätung entschuldigen. Als ich zurück zum Parkplatz kam, unverrichteter Dinge, war mein Schwager mit dem Auto weg.

Lost in…

Ta-da-daaaaam.

Wir gratulieren Stefan Gemmel zum Weltrekord

Stefan Gemmel, Kinder- und Jugendbuchautor aus Rheinland-Pfalz, der uns ganz besonders am Herzen liegt, hat es geschafft: zusammen mit Eva Pfitzner von der „Leserattenservice“-GmbH hat er einen dritten Weltrekord um das Thema Lesen aufgestellt: die größte Einzellesung eines Autoren vor einem Publikum. So geschehen am Freitag, den 18.Mai – und das war ein Problem.

Stefan hat seine Figuren Alex und Sahli, bekannt aus seiner Kinderbuchreihe „Im Zeichen der Zauberkugel“, ein Abenteuer in der Commerzbank-Arena in Frankfurt erleben lassen und auf Einladung der Arena auch dort seinen Versuch, den Weltrekord von 2012 einzustellen, in Angriff genommen. Charmante Idee, doch mussten dieses Mal mehr als 5.400 Schüler, die seiner Einladung 2012 gefolgt waren, kommen. Am Freitag vor Pfingsten, einem denkbar ungünstigen Tag, um Schulen einzuladen. Zudem Hessen Abiturprüfungen durchgeführt hatte.

Am Mittwoch hatten wir noch telefoniert. „Ja, das schaffen wir nicht“, hat Stefan trocken gesagt. „Wie? Das schafft ihr nicht?“ habe ich völlig perplex gefragt. „Natürlich schafft ihr das!“

Natürlich schafften sie es.

 

 

Warum Kinder lesen – und warum nicht: Teil 3

Alles so schön bunt hier – Die Konkurrenz

… durch scheinbar spannendere Dinge im Leben.

Die Branche diskutiert, warum immer weniger gelesen wird. Sind es die Konkurrenzprodukte, also andere Medien wie Videos, Internet, Computer- und Onlinespiele? Wird unsere Aufmerksamkeitsspanne geringer, da unsere Zeit schnelllebiger wird? Können oder wollen wir uns auf das Lesen nicht mehr konzentrieren?

Es ist müßig, darüber zu diskutieren. Die Buchproduktion wird nicht kleiner, sie wird größer. Es wird nicht weniger gekauft, nur anders. Wird wirklich weniger von dem, was gekauft wird, gelesen? Niemand weiß es. Und wer behauptet, es zu wissen, der solle mir einmal erklären, wie er das ermittelt hat. Zehn Menschen an einem Samstag Abend in der Eckkneipe zu fragen, stellt keine Umfragebasis dar.

Natürlich beschäftigen sich Kinder, Jugendliche und Erwachsene auch mit anderen Dingen in ihrem Leben – warum auch nicht? Haben sie das nicht schon immer? Ist das schlimm?

Ich denke, wir sind ein wenig verkrampft in dieser Angelegenheit. Natürlich entgeht mir als Buchhändlerin nicht, dass ich morgens im Bus oft die einzige aller Fahrgäste bin, die liest. Wenn ich mal verstohlen auf die Handys anderer Menschen sehe, entdecke ich Gedaddel oder Whatsapp. (Und wer das im Bus macht, muss damit rechnen, dass andere mitgucken. 🙂 ) Da überlegt man schon, ob das Buch in der deutschen Kultur nicht mehr den Stellenwert von früher hat. Und dann fragt man sich, wie man um acht Uhr früh schon auf solch verschwurbelte Gedanken kommt und liest weiter.

Ich habe Kinder- und Jugendbuchautor Stefan Gemmel mal gefragt, was er zum Thema lesende oder nichtlesende Menschen denkt. Und das ist seine Meinung:

„Meine Erfahrung ist: Wenn jemand keine Schokolade isst, dann hat er entweder eine Allergie oder noch nicht die richtige Sorte für sich gefunden.

Weil man gegen Bücher aber nicht allergisch sein kann, ist es so, dass ein Nichtleser nur noch nicht das richtige Buch für sich gefunden hat.

In der Fülle an spannenden Abenteuern ist bestimmt für jeden etwas dabei. Man muss nur das richtige finden.

Zum Glück gibt es Buchhändler. Die sind geschickt, wenn es darum geht, für jeden Leser das passende Buch zu finden.

Gegen Allergien weiß der Arzt Rat. Bei Büchern der Buchhändler. Bloß braucht man bei Letzterem keine Spritzen zu befürchten …“

(Stefan Gemmel, selbst als Kind absoluter Nichtleser, heute mehrfach ausgezeichneter Autor und sogar zweifacher Lese-Weltrekordler)

Danke an Stefan für seinen Beitrag. Danke an alle anderen für’s Lesen.

Des Blogs. Und der Bücher!

Warum Kinder lesen – und warum nicht: Teil 2

Die Angst vor der Langeweile

Eigentlich unverständlich – Menschen haben Angst, zu lesen. Dafür gibt es, glaube ich, gar keinen Fachausdruck – ich biete einen an: Lektophobie.

Eigentlich haben sie gar keine Angst, zu lesen, sondern davor, sich beim Lesen zu langweilen. Das kann ich verstehen, das mag ich auch nicht. Vielleicht hält es eine Menge Kinder davon ab, mehr zu lesen – die Angst, dem Buch nicht folgen zu können, weil der Inhalt zu schwierig ist.

Ich habe keine Kinder. Naja, ich habe eine Firma, das ist auch ein Kind. Und einen Ehemann. Das zählt doppelt. 🙂 Ich kann nur darüber nachdenken, was mich als Kind zum Vielleser gemacht hat und welche Schlußfolgerungen man daraus ziehen könnte. Die Nachahmung haben wir letzte Woche schon besprochen; die Neugier an der Welt könnte man es nennen, was meinesgleichen an die Bücher treibt.

Woher kommt die Angst? Auch ich hatte eine wohlmeinende Tante – Vielleserin – die mich zum Geburtstag stets mit Büchern bedacht hatte, die zu schwierig für mein Alter waren. Mit einigen dieser Bücher kam ich nicht klar, habe sie abgebrochen und später nie wieder angerührt. Das Gefühl, mit dem Inhalt nicht zu Rande gekommen zu sein, hat sich offenbar tief eingebrannt. Die Angst vor einer neuen Leseenttäuschung ist da.

Ein guter Grund, um heute dafür zu plädieren, Kinder lesen zu lassen, was ihnen Spaß macht. Nichts ist zu einfach, zu schwierig, zu hart, zu peinlich oder unpassend. Oder was ich auch oft in meinem Job höre: bitte empfehlen Sie mir für das Kind nichts Belastendes, nichts vom Krieg und nichts mit kranken oder toten Menschen. Weil – was? Kinder bleibende Schäden durch Bücher verursacht würden? Ernsthaft? Bei dem ganzen Kram, der uns in den Nachrichten präsentiert wird?

Wissen Sie, was wir als Kinder damals gerne gelesen haben? „Die Brüder Löwenherz“ – kranke und tote Menschen; „Robin Hood“, nacherzählt von Rosemary Sutcliffe – hartes Leben, ewiger Kampf gegen ein übermächtiges Establishment, toter Held mit langer Sterbeszene; „Die unendliche Geschichte“ – seuchenartiger Naturraubbau, kranke Kaiserin, gemobbter Held; „Die letzten Kinder von Schewenborn“ – dystopische Verhältnisse, sterbende Menschen, tote Eltern und schlechte Aussichten für die Zukunft; „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“ – Krieg; Anne Franks Tagebuch – Krieg; Bille und Zottel…okay.

Ich kann es den Kindern nachempfinden: bei jedem Buch, das ich anfange, freue ich mich entweder darauf oder hoffe, nicht enttäuscht zu werden. Und wenn man noch nicht so viel gelesen hat in seinem Leben, möchte man einfach nicht enttäuscht werden. Liest man viel, kann man auch ein Buch wegstecken, das nicht den Rest des Lebens verändern wird, aber Kinder brauchen Erfolgserlebnisse. Die bekommen sie am besten, wenn man sie lesen lässt, was ihnen Spaß macht. Und sei es ein Comic – Comics sind anspruchsvoll! In Entenhausen spricht man ein wohlerzogenes, gebildetes Deutsch – zur Nachahmung empfohlen.

Lest doch, was ihr wollt.

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