Mein Leben in der Hafenstraße

Ach ja, die Hafenstraße…

Manchmal fehlen einem die Worte zu dieser besonderen Location der Stadt. Sagen Sie das nicht PRO7, aber die sind am falschen Ort, wenn sie wieder mal Unterschichten-TV drehen wollen und in der Heinrichstraße abhängen. Nicht ganz falsch, aber sie könnten es einfacher haben. Denn in der Hafenstraße darf man sogar in der Parkraumbewirtschaftung ohne Parkticket stehen, solange man will, es interessiert keine Sau.

So vieles an der Hafenstraße interessiert keine Sau. Die Gewerbelandschaft, die natürlich in meiner besonderen Perspektive steht, hat sich sehr gewandelt in den letzten Jahren. Das hat gar nicht unbedingt etwas damit zu tun, dass sich Einzelhandel im Allgemeinen oder in der Hafenstraße im Speziellen nicht mehr lohnt, sondern ist einfach nur eine Folge der Abwanderung von Gewerbetreibenden in den Landkreis oder altersbedingte Geschäftsaufgabe. Meistens letzteres.

Und was dann nachwächst, hält gegebenenfalls nicht mehr das Niveau, das wir gewohnt waren. Was wiederum anderes Publikum anzieht. Aber auch die neuen Händler haben manchmal eine… andere Vorstellung von Ordnung. Oder Sauberkeit. Oder nachbarschaftlichem Verhalten. Oder Einhaltung von Gesetzen.

Die Ordnungsmacht interessiert das herzlich wenig und das ist das Problem. Wir sind ja keine Korinthenkacker, die blind auf der Einhaltung von Regeln bestehen, aber wir sind der irrigen Annahme, dass Zusammenleben nur funktioniert, wenn jeder ein bisschen was dafür tut.

Momentan liefert sich das Leben in der Hafenstraße einen regelrechten Battle zwischen den Ansichten. Da sind Nachbarn, die sich sehr rüde benehmen und sehr uneinsichtig. Mit so etwas will ich nicht zusammenleben müssen.

Muss ich aber.

Wir waren zuerst hier – 10 Jahre sind schon ein lange Zeit. Die Hafenstraße ist schön und bunt und belebt, aber sie ist auch furchtbar unaufgeräumt und droht an einigen Ecken zu vermüllen und das sehenden Auges des Ordnungsamtes – das sich einfach nicht mehr kümmert.

Eigentlich hat die Hafenstraße in ihrem jetzigen Zustand keine Buchhandlung mehr verdient. Auf der anderen Seite darf man nicht vergessen, dass hier auch ganz wunderbare Gewerbetreibende in der Nachbarschaft ansässig sind, mit denen wir prima klarkommen. Und wo sollten wir auch hin? Ich will hier nicht weg; ich hatte mir vor 10 Jahren die Hafenstraße ausgesucht, weil ich an sie glaubte und weil ich den Kulturmix wollte. Und ich glaube immer noch an die Hafenstraße. Es schmerzt mich nur, zu sehen, was aus ihr wird.

Es sind eben nur schwarze Schafe. Die momentan tun dürfen, was sie wollen. Buchstäblich und ohne Einschränkung.

Wir sollten etwas unternehmen.

Mein Leben als Selbstständige

Es kommt häufiger mal vor, dass ich eingeladen werde. Von Freunden, aber auch von Kunden, zu Kulturveranstaltungen zum Beispiel. Oft muss ich absagen, eigentlich fast immer. Denn ich arbeite viel. Selbst. Und ständig. Denn ich bin selbstständig.

Was sich als Flachwitz tarnt, ist die nackte Wahrheit. Und ich bin nicht die einzige Selbstständige der Nation und es gibt Selbstständige, die noch viel mehr arbeiten als ich, aber es stellt das Leben schon komplett auf den Kopf.

Wer sich midlifegecrist nach einer neuen Herausforderung sehnt, gegen Schlangenbisse und Tropensonne allergisch ist und sich zu alt für ein Baby fühlt, dem kann ich Selbstständigkeit nur empfehlen. Das ist das ultimative Zivilisationsabenteuer, das einen völlig einnimmt. Und auch die Familie, so man welche vorweisen kann. Oder dann noch vorweisen kann.

Was man für Selbstständigkeit unter Umständen aufgeben muss: regelmäßige Arbeitszeiten, Urlaub, Nachtschlaf, Krankheiten und Verletzungen, Sport (u.U. wegen eben der Verletzungen), Familienleben, regelmäßige Anwesenheit bei Vereinssitzungen, Weihnachtsfeiern, Familiengeburtstagen, Klassentreffen oder ähnlicher Termine mit wiederkehrender Natur, geplante Freizeitgestaltung, Kontodeckung, Anonymität in der Öffentlichkeit, Anonymität im Internet, planmäßiges Arbeiten, geregelten Tagesablauf, Reisen, Telefonabstinenz.

Jeden Tag beginne ich mit einem bestimmten Plan im Kopf. Der hat eine bemerkenswert kurze Halbwertzeit und ist spätestens, wenn man auf der Arbeit ankommt, schon wieder dahin. Ich habe mich mittlerweile an kleinere Katastrophen gewöhnt, die ohne mein Zutun eben einfach so geschehen. Das sind nicht mal unbedingt buchhändlerische Schwierigkeiten wie ein Lieferausfall des Großhändlers, wenn man gerade an diesem Tag 400kg Schulbuch erwartet. Sondern auch Internetausfälle, brennende Nebenhäuser oder vollgelaufene Keller der Nachbarn, die den Stromanbieter dazu zwingen, den Strom im gesamten Straßenzug abzustellen. Alles schon passiert. Wir können aber auch ohne Strom, ohne Telefon und ohne Internet arbeiten. Nicht ohne Kaffee.

Die Welt wird kleiner und gleichzeitig größer. Ich habe Schwierigkeiten, Erzählungen zu folgen, die in anderen Stadtteilen spielen- ich komme selten aus meinem Kiez heraus. Ist ja aber nicht schlimm; die Welt kommt ja hier vorbei.

Häufiger werde ich gefragt,ob ich es bereue, mich selbständig gemacht zu haben. Ich sage dann immer, ja, immer mal für 10 Minuten, dann ist es wieder gut. Tatsächlich reflektiere ich manchmal schon, ob das eine kluge Entscheidung war. Wenn ich nicht meinen Mann hätte, der absolut mitzieht, dann wäre ich verloren. Oder Single.

Ich bereue es nicht, auf keinen Fall, denn nie habe ich so viel erlebt wie in den letzten 10 Jahren, so viele fantastische Menschen kennen gelernt: unsere Kunden, von denen manche zu Freunden wurden, Freunde, die zu Mitarbeitern wurden, Autoren, Nachbarn, Projektgestalter, Stadtteilmacher.

Womit ich nicht gerechnet habe, ist der große Anteil an Ärger und Sorgen. Ein Morgen auf der Arbeit, der ohne Zwischenfälle daher kommt, macht mich misstrauisch. Mit der Post kommt dann vielleicht schon die nächste Ankündigung einer Gesetzesänderung für irgendeinen Lala, den wir als Händler aber unbedingt innerhalb der nächsten 48 Stunden ändern müssen, sonst landen wir vor dem Europäischen Gerichtshof… blablabla. Solche Sachen ärgern mich, Dinge, die nichts mit dem eigentlichen Beruf zu tun haben und manchmal auch völlig schwachsinnig sind, aber dringend erledigt werden müssen. Ich habe nichts dagegen, viel zu arbeiten, ich habe aber etwas dagegen, meine Arbeitszeit an die Befindlichkeit von EU-Richtlinien zu verschwenden.

Kürzlich hat jemand gesagt, ich wäre 24 Stunden am Tag Buchhändlerin. Das bin ich, wahrscheinlich. Oder vielmehr eine 80-Stunden-die Woche-Buchhändlerin, manchmal mehr. Jede Woche, das ganz Jahr, zehn Jahre lang, mit 5 Tagen Urlaub im Jahr. Kann man so machen, man kann es überleben, sehr gut, sogar. Wie lange, das werden wir sehen. Einige warnen mich vor Überarbeitung, obwohl ich nun schon zehn Jahre lang selbstständig bin – sollte ich meine Belastbarkeit nicht allein dadurch schon unter Beweis gestellt haben?

Man wird abgeklärter, in der Hafenstraße aber auch reizbarer. Man läuft nicht mehr allen Trends hinterher. Man hat so vieles schon erlebt und weiß trotzdem, das ist noch lange nicht alles, womit das Leben einen überraschen kann. Es gibt immer noch etwas, was einem einen Knüppel zwischen die Beine werfen kann und die Ecke, aus der das kommt, hatte man nicht auf dem Schirm. Selbstständigkeit im Einzelhandel ist eine besondere Form der Selbstfolter. Das zu leben, dafür muss man vielleicht geboren sein. Oder, wie ein Kunde es mal ausdrückte, es ist ein Gendefekt.

Mein Leben als Buchhändlerin

Buchhändler und Buchhändlerinnen sind eine komische Spezies. Seltsam, aber nicht selten, immerhin gibt es etwa 30.000 von uns in Deutschland.

Es erstaunt mich immer wieder, wie unser Beruf von außen betrachtet wird: wie stellt sich der Kunde den Buchhändler vor? Allwissend, nichts wissend oder irgendwas dazwischen? Stets lesend, auch auf der Arbeit? Kulturinteressiert, belesen, klug oder als eine Art Avatar des Großhändlers – so eine Art sprechende Verlängerung der Über-Nacht-Belieferung?

Sind wir Langweiler?

Meine Kollegin erzählte mir gerade, sie hätte gelesen, zwei Berufsgruppen wären die absoluten Langweiler auf Partys: Biologen und Buchhändler. Meiner Erfahrung nach ergibt die Kombination „mehrere Buchhändler“ und „Party“ immer etwas sehr Amüsantes – beim letzten Mal haben wir den jungen Barkeeper erschreckt – aber nun gut. Wenn das Internet das sagt. Es kennt wahrscheinlich keine Buchhändler.

Klar lesen wir viel. Das tun wir aber zu Hause, in unserer sogenannten Freizeit. Und wir lesen selbstverständlich für den Kunden. Das eigene Lesepensum mit den Kundenwünschen zu vereinen ist allerdings eine schieflagige Angelegenheit. Es gibt so viele Neuerscheinungen, dass man unmöglich alle kennen kann und manches Mal eben auch am Kundeninteresse vorbei liest. Auf die Nachfrage „Haben Sie das schon gelesen?“ müssen wir so manches Mal mit Nein antworten. Das ist kein Ausdruck unseres Desinteresses, sondern des absoluten Überangebotes.

Und nein – wir bekommen nicht alle Neuerscheinungen „automatisch zugeschickt“. Erstens würde das bei der Menge zu einem Verkehrsstau auf den Straßen führen und zweitens möchte ich bitte selbst entscheiden, für welche Bücher ich mein Geld ausgebe. Denn nein – um auch hier mit einem Vorurteil aufzuräumen – das von uns präsentierte Lager ist keine Kommissionsware und wird nicht etwa bei Lust und Laune an den einen oder anderen Verlag bezahlt. Das stehende Lager ist bezahlt. Und dreht sich. Oder frisst Brot.

Und nein – Bestseller fallen nicht von Bäumen. Okay, manchmal schon. Bestseller werden von Ihnen gemacht, den Käufern und Lesern. Und von uns, den Buchhändlern. Konnte sich ein Kunde kürzlich gar nicht vorstellen: wir lesen tatsächlich, um Kunden etwas empfehlen zu können? Und das tun wir ganz im Sinne des Kunden und gar nicht auf Provisionsbasis? Ach, wir haben diesen Beruf erlernt? Das kann man lernen?

Und nein – wir bekommen unsere Ware nicht per Post… die arme Post, das wäre ja was. Sondern per Bücherwagendienst. Das ist so eine Privatspedition, die wir dafür bezahlen. Denn nein, wir bekommen die Ware nicht umsonst über Nacht geliefert. Und nein – Lieferhindernisse sind etwas ganz Normales, Meldenummern nicht das Ende der Welt und ja, wir können Bestandsmeldungen prüfen. Deshalb prüfen wir ja stets bei der Bestellung, ob etwas lieferbar ist oder nicht. Nicht grundsätzlich lieferbar, sondern jetzt, hier, in dieser Sekunde. Denn ja, unsere Logistik ist digitalisiert. Seit 30 Jahren, übrigens.

Manchmal frage ich mich, ob unser Beruf und unser Dasein früher auch so hinterfragt wurden. Heute hat natürlich jeder Kunde die Möglichkeit, sich selbst online über das Buchangebot zu informieren. Ob er Beratung braucht oder nicht, bleibt ihm selbst überlassen, aber eine Buchhandlung zu betreten, die Beratung in Anspruch zu nehmen und gleichzeitig die buchhändlerische Kompetenz anzuzweifeln oder mit eigenen Lieferbarkeitsmeldungen zu torpedieren, finde ich… seltsam. Es tröstet mich aber, zu wissen, dass unserer nicht der einzige Berufsstand ist, der unter dem gesammelten Internetwissen leidet: man geht ja schließlich auch mit einer eigenen Diagnose zum Arzt, habe ich mir sagen lassen.

Neue Veranstaltung in der Buchhandlung Mausbuch: Inge Merkentrup kommt

Wir freuen uns sehr, die Oldenburger Autorin Inge Merkentrup am Dienstag, den 8.Oktober bei uns zu Gast zu haben.

„Die Frau hinter dem bekannten Bild“, sagt die Autorin in einem Interview mit der NWZ, die interessiere sie. Und Frauen stehen daher im Mittelpunkt der sieben Kurzgeschichten, die in ihrem Buch „Ein bisschen Marilyn und immer Frau“ versammelt sind. Mal sind es Vignetten, feine Beobachtungen um Christine und Elvira in fast alltäglichen, dann doch wieder nicht ganz alltäglichen Situationen. Es sind Frauen von nebenan – oder eben doch bekannte Persönlichkeiten: so die Geschichte um Marilyn.

Eine ihrer Geschichten spielt in Bremerhaven – so etwas lieben wir Bremerhavener. Vielleicht liest Frau Merkentrup uns diese Geschichte vor, vielleicht hören wir auch andere, wir werden sehen. Und hören.

Wer dabei sein möchte, der melde sich bitte an unter Tel 4834 471 oder per email unter info@buchhandlung-mausbuch.de. Oder persönlich. Der Eintritt kostet 6 Euro.

Das Märchen vom Märchen von der Leseförderung

Da hatte die Stiftung Lesen doch mal eine ganz hervorragende Idee: Leseförderung für bildungsferne Familien. Der Plan war, eine Million Bücher mit den Märchen der Brüder Grimm drucken zu lassen und dann an interessierte Familien zu verteilen. Anlass: der Weltkindertag am 20.September. Die Durchführung: der Druck der Bücher und die Registrierung (!) der Kunden über amazon, die Verteilung über die großen Buchhandelsketten Hugendubel und Thalia.

Der Plan – wie sagt man heute – leakte. Im Juni sickerten Informationen an die „übrige“ Buchhandelsbranche durch, dass eine große Aktion an ihnen vorbei geplant worden war. Die Branche regte sich auf und die Stiftung Lesen geriet in Erklärungsnot. Es folgten innerhalb eines Telefonats filmreife Verstrickungen in Widersprüchen. – Tausende von unabhängigen Buchhandlungen empfanden die Aktion der Stiftung Lesen als Vera-lberung. Und äußersten das auch – öffentlich.

Schließlich bot man dem Buchhandel großzügig an, ebenfalls Exemplare des Märchenbuchs bestellen zu dürfen. Und es gab 550 Kollegen des unabhängigen Buchhandels, die diesem Angebot folgten.

Wie brisant diese ganze Aktion ist, kann man vielleicht nur nachempfinden, wenn man eine inhabergeführte Buchhandlung besitzt. Wäre es eine Aktion, deren Planung und Durchführung eine Geschichte zwischen amazon, Hugendubel und Thalia wäre, so würde ich sagen „so what“ und zur Tagesordnung übergehen. Doch die Stiftung Lesen ist involviert – und das ist nicht okay. Die Stiftung Lesen wurde unter anderem vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels ins Leben gerufen, dem Börsenverein, der Bundesverband und Interessenvertreter von Verlagen und Buchhandlungen ist, allen Buchhandlungen, nicht nur Ketten.

Wir brauchen keinen Keil, den die Stiftung Lesen zwischen inhabergeführte Buchhandlungen und Buchhandelsketten treibt. Ketten sind nichts anderes als ehemalige inhabergeführte Buchhandlungen, die in Einzelfällen vielleicht vergessen zu haben scheinen, warum wir das hier alles machen. Leseförderung machen wir – machen wir schon lange, dazu brauchen wir keinen Luxemburger Global Player ohne Steuerpflicht. Sich dem an den Hals zu werfen, sollte für jeden Buchhändler, der stolz auf seine Profession ist, ein No-Go sein. Der Buchhandel muss zusammenhalten. Wir haben einen tollen, unglaublich fordernden und abwechslungsreichen Beruf. Aber wir verlernen gerade, stolz darauf zu sein.

Sci-Fi-Schnitzeljagd in Lehe: Nach Hause in die Zukunft!

„Sie haben mit Ihrem Raumschiff eine Anomalie gestreift und finden sich plötzlich im Lehe des Jahres 2019 wieder. Damit Sie zurück in Ihre Zukunft kommen, müssen Sie Ihr Raumschiff erst reparieren. Dazu müssen Sie in mehreren Teams verschiedene Aufgaben lösen…“

So beginnt das große Schnitzeljagd-Abenteuer, ursprünglich konzipiert für den Leher Kultursommer 2018. Die drei in Bremerhaven aktiven Science-Fiction-Fanclubs „Starfleet Command Bremerhaven“, „Starship Academy“ und „Starbase 471 e.V.“ haben monatelang mit viel Freude an der Sache die Aufgaben konzipiert. Es handelt sich hier um ein Spiel im Raum Lehe, den Sie zu Fuß erkunden müssen. Die beste Besatzung gewinnt einen Besuch im Raumschiff-Simulator, der sich in „Der Spielspaß“ befindet (Impressionen siehe oben). Das Abenteuer endet für die Überlebenden im Passage-Kino. Dort sehen alle den Star Trek-Klassiker „Star Trek IV – Zurück in die Gegenwart“. – Wie wir darauf wohl gekommen sind.

Anmeldung bei der Buchhandlung Mausbuch – Tel. 4834 471 oder auf den üblichen Kanälen. Startgebühr: 3.50 Euro – im Science Fiction-Kostüm entfällt diese (wir sind gespannt und wir wollen was sehen!).

Termin: Sonntag, 12.Mai – 15:00 (erster Startslot) bis 19:00 Sammeltreff im Spielspaß. Abschluß im Passage Kino 20:00 bis 22:00.

Die Wiederaufnahme wird durch den Verein KulTurbo e.V. umgesetzt und durch den „Bremerhavener Kulturtopf“ der Seestadt Bremerhaven gefördert.

Mögen die Teilnehmenden so viel Spaß haben wie die drei Clubs, der Verein KulTurbo und Theatermacher Erpho Bell beim Erstellen!

Was bisher geschah

Wir haben noch gar nicht erzählt, was aus dem Deutschen Buchhandlungspreis geworden ist.

Nachdem die Nominierung unserer Firma sogar als DPA-Meldung in die Tagespresse kam, gab es viele Glückwünsche von Kunden, Verlagen, der Politik und Geschäftskontakten, die uns alle sehr gefreut haben. Die Nominierung zum Deutschen Buchhandlungspreis bedeutet ja bereits eine Dotierung. Am Abend der Preisverleihung erfährt man erst unter 118 Kollegen, ob man in der geringsten Preisstufe (hervorragende Buchhandlung) oder einer der beiden höheren Kategorien-die dann auch höher dotiert sind – landet.

Abgesehen von der Aufmerksamkeit – und dem Geld – ist es nicht zuletzt eine Anerkennung der Leistung der vergangenen arbeitsreichen Jahre in unserer Buchhandlung, die so honoriert wird. Und um die Spannung nicht künstlich in die Höhe zu treiben: es ist bei der geringsten Preiskategorie geblieben, aber wir sind glücklich. Als eine von nur drei Buchhandlungen aus dem Bundesland Bremen – und Bremerhavens erster – dürfen wir uns nun ein Gütesigel ins Schaufenster kleben.

Der Abend der Preisverleihung war sehr, sehr schön. Wir waren nach Kassel geladen – mit Anwesenheitspflicht! Die von der Jury des Deutschen Buchhandlungspreises und Staatskulturministerin Monika Grütters durchgeführte Zeremonie war ein gutes Mittel zwischen Feierlichkeit und Gelassenheit. Viele Kollegen zu treffen, war für uns besonders schön – kommt man doch selten aus seinem Turf heraus. Und alle hatten etwas zu feiern – große oder kleine Preise.

Und nun geht sie wieder los, die Bewerbungsfrist; zum fünften Mal wird der Deutsche Buchhandlungspreis verliehen. Wie in den vergangenen Jahren werden wir uns auch in diesem Jahr wieder bewerben, denn wir haben viel getan: Leseförderung, Veranstaltungen, literarischer Sortimentsaufbau, Welttag des Buches. Doch ich merke schon bei den ersten Seiten, die auszufüllen sind, die etwas größere Gelassenheit. Wir haben nun bereits einmal gewonnen – wir sind bereits einmal erhört worden. In den ersten Jahren, in denen wir uns beworben hatten, aber nie nominiert wurden, wuchs der Frust. Aber natürlich gibt es viele inhabergeführte Kollegen, die preiswürdig sind. Und nicht alle können gewinnen. Aber alle hätten’s verdient.

Der Lesekreis hat entschieden

Der Lesekreis der Buchhandlung Mausbuch hat seinen Favoriten gewählt

Als einer der glücklichen Lesekreise, die 2018 zum „Lesekreis zum Deutschen Buchpreis“ gewählt wurde, hatte sich der Kreis der Buchhandlung Mausbuch mit Feuereifer an die Arbeit gemacht.

Noch vor Bekanntgabe der Shortlist wurde eine eigene erstellt – und mit großem Erstaunen eine Woche später mit der von der Jury zum Deutschen Buchpreis designierten Liste verglichen: genau eine Übereinstimmung gab es.

Sechs Titel hatte der Lesekreis zur eigenen Shortlist gemacht, darunter auch Franziskas Hausers „Gewitterschwimmerin“, die vorerst als Favorit galt. Weitere Titel waren Arno Geigers „Unter der Drachenwand“, Nini Haratischwilis „Die Katze und der General“, Ernst Loschütz‘ „Ein schönes Paar“, Angelika Klüssendorfs sowie Adolf Muschgs „Heimkehr nach Fukushima“. Die Liste wurde durch Abstimmung erstellt.

Fünf Monate lang lasen die 22 Mitglieder des Lesekreises sich durch die sechs Titel und trafen sich mehrmals, um ihre Eindrücke zu besprechen. Es war interessant zu beobachten, wie sich die Erwartung an ein Buch durch einen Eindruck durch Erzählung oder Anlesen und dann durch die Meinung nach abgeschlossener Lektüre ersetzt hat. War die „Gewitterschwimmerin“ zuerst die absolute Favoritin des Lesekreises, so polarisierte sie die Meinungen nach der Lektüre gewaltig.  Der Kunstgriff, die Erzählflüsse zeitlich gegeneinander fließen zu lassen, fanden alle Leserinnen spannend. Jedoch war einigen die Sprache zu derb, obwohl der Situation angemessen. Das Thema Kindesmissbrauch, das sich als roter Faden durch das ganze Buch zieht, schreckte auch einige ab.

Nino Haratischwilis „Die Katze und der General“ wurde von vielen Mitgliedern trotz des Umfangs bevorzugt und dann recht zügig gelesen, während der Lektüre aber oft als zu langatmig empfunden. Das Thema war aber wichtig und der Erzählstil eingängig. Es fand auch durchaus seine Fans unter den Mitgliedern.

Auch für Adolf Muschgs „Heimkehr nach Fukushima“ fanden sich Spezialistinnen. Gerade, wer eine Verbindung emotionaler Art nach Japan hatte, konnte mit der vielschichtigen Erzählung Adolf Muschgs mehr anfangen als die anderen Damen. Nur die Adalbert Stifter-Zitate fanden nicht immer Anklang.

Ernst Loschütz‘ „Ein schönes Paar“ wurde kondensiert auf ein Paradebeispiel für nicht stattfindende Kommunikation in der Ehe und durchaus als lesenswert empfunden. Angelika Klüssendorfs lakonischer Stil war auch nicht für jeden etwas.

Überzeugt hat Arno Geigers „Unter der Drachenwand“ und dieses Buch siegte bei der abschließenden Abstimmung des Lesekreises Ende Januar mit Vorsprung. Ein etwas anderes Buch über den zweiten Weltkrieg, urteilten die Mitglieder, eine andere Erzählperspektive mit nachvollziehbaren Handlungen der Figuren.

So gewinnt Arno Geigers den ersten „Leher Literaturpreis“, verliehen vom Lesekreis der Buchhandlung Mausbuch. Der Autor wird in Kürze über seinen Gewinn informiert und nach Bremerhaven eingeladen. Der Lesekreis würde sich sehr freuen, wenn der Autor nach der Reise nach Bremen noch einmal den Weg in den Norden antreten würde.

Abschließend ist nur noch zu sagen, dass der Lesekreis die Erfahrung begeistert und als überaus positiv beurteilt hat. Einen Pool von Büchern zu lesen im eigenen Tempo, nach eigenen Vorlieben und sich über Monate hinweg damit zu beschäftigen, war für alle eine neue und bereichernde Erfahrung.

Der Lesekreis dankt dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels sowie den Verlagen Frankfurter Verlagsanstalt, Eichborn, Hanser, Kiepenheuer und Witsch, C.H.Beck und Schöffling sehr für die Organisation und großzügige Unterstützung des Projektes. Es hat allen Teilnehmerinnen außerordentlich viel Spaß gemacht.

Auch das noch…

Wir sind sehr stolz und glücklich, verkünden zu dürfen, dass die Buchhandlung Mausbuch in diesem Jahr zum Deutschen Buchhandlungspreis nominiert wurde. Der zum vierten Mal in Folge vom Staatsministerium für Kultur und Medien ausgelobte Preis wird an besonders werktätige, inhabergeführte Buchhandlungen verliehen. Auch in diesem Jahr haben sich wieder mehrere hundert Kollegen beworben, die sich besonders stark machen in Sachen Leseförderung, Literaturförderung oder Veranstaltungsangebot. Zweifelsohne hätten alle diesen Preis verdient.

Wir sind Ende Oktober nach Kassel geladen, im Rahmen der feierlichen Preisverleihung zu erfahren, welche der drei Preiskategorien wir erreicht haben. Bis dahin dürfen wir gespannt sein.

Obwohl wir uns in den vergangenen drei Jahren bereits beworben hatten, wurden wir bisher nie nominiert. Nun ist es endlich soweit. Lassen Sie uns betonen, dass wir all das nie geschafft hätten ohne die Unterstützung unserer traumhaften Kundschaft – und unseres wunderbaren Teams. Danke für all die Glückwünsche, auch an unsere Kollegen aus der Branche und Geschäftspartner.